Was ist eigentlich ein Grenzwert?

Bis Bleirohre für Trinkwasser verboten wurden, dauerte es von ersten Skeptiker bis zum gesetzlichen Implementierung 2000 Jahre.

Bis Bleirohre für Trinkwasser verboten wurden, dauerte es von ersten Skeptiker bis zum gesetzlichen Implementierung 2000 Jahre.

Es gibt sie im Arbeitschutz, im Umweltschutz, im Verbraucherschutz: Die Grenzwerte. Sie sollen vor einer schädigenden Dosis Strahung, vor zu vielen Schadstoffen oder Lärm schützen. Und so gehen die meisten in der Annahme: Dann wird schon alles gut sein. Aber wissen Sie wirklich was ein Grenzwert ist?

Vom Unsinn der Grenzwerte

Die Diskussion um Grenzwerte ist eine sehr merkwürdige,  denn eigentlich braucht die Natur keine Grenzwerte. Stellen mit erhöhter Radioaktivität z.B. haben unsere Urahnen schon entweder gemieden oder zu “heiligen Orten” ernannt – also nichts, wo man dauerhaft hätte wohnen wollen. Die Natur reguliert sich selbst. Einzig der Mensch hat mittlerweile massiv in seine Umgebung eingegriffen. Da werden radioaktive Stoffe und Schwermetalle aus großen Tiefen geholt, fossile Brennstoffe verbrannt, noch nie dagewesene Strahlungen wie der Mobilfunk global und flächendeckend ausgebracht, Biozide entwickelt und neuen chemische Verbindungen hergestellt, für die die Natur so gar keine Verwendung hat. Es braucht also Werte, die wir uns selbst auferlegen müssen, damit wir nicht vollends im eigenen Dreck ersticken. Eigentlich dürfte es für all das keine Grenzwerte geben, denn all das sollte von Natur aus gar nicht existieren. Deswegen ist die Grenzwert-Diskussion an sich schon irrwitzig.

Der Kampf um die Grenzwerte

Doch der Irrwitz geht erst richtig los. Auf der einen Seite steht die Industrie und die Lobbyisten, auf der anderen Seite die kritischen Ärzte, die Geschädigten und oft genug die Baubiologen.  Die eine Seite macht Milliarden-Umsätze mit den Ursachen, die andere gibt Milliaden für die Behandlung der Symptom aus. Die eine Seite kämpft meist um höhere gesetzliche Grenzwerte,  die andere um deren Herabsetzung. Irgendwo dazwischen befinden sich die Verbraucher – mehr oder weniger kritisch und bereit grenzwertbedürftige Produkte und Dienstleisungen zu nutzen ohne sich weitere Gedanken darüber zu machen.  Aktuell wird im Bereich Mobilfunk eine der härtesten Grenzwertdiskussionen geführt. Es gibt mehr Handyvertäge als Einwohner in Deutschland, dementsprechend schwer ist der Stand der  Mobilfunkgegner.

Was Bleirohre mit Mobilfunk zu tun haben

Seid über 20 Jahren boomt der Mobilfunk. Flächendeckende Strahlung "versorgt" uns, ob wir wollen oder nicht.

Seid über 20 Jahren boomt der Mobilfunk. Flächendeckende Strahlung “versorgt” uns, ob wir wollen oder nicht.

Anders verhält es sich mit den Grenzwerten von Radioaktivität und Schadstoffen im Trinkwasser. Da gibt es jedesmal ein gesellschaftliches Aufatmen, wenn die Grenzwerte gesenkt werden oder einen Aufschrei, werden diese angehoben – einfach weil die Erfahrung über viele Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte gezeigt hat, dass es besser ist, wenn z.B. Blei im Trinkwasser möglichst nicht enthalten ist. Da zeigt sich bereits: Aus Schaden wurde man klug – langsam. Rund 2000 Jahre hat es gedauert, bis Bleirohre für Trinkwasserleitungen verboten wurden. Von den Römern bis in die 1970er (!) und das viele, viele, sehr viele Bleivergiftungen später. Und der Mobilfunk? Der kam erst so richtig in Schwung mit dem Errichten des D-Netzes im Jahr 1992. Immerhin 22 von 2000 Jahren haben wir schon mal hinter uns gebracht. Die ersten Hirntumore werden  noch nicht einstimmig den zu hohen Grenzwerten für Mobilfunk zugeschrieben – noch nicht. Aber auch der damalige römische Architekt Marcus Vitruvius Pollio warnte die römische Gesellschaft schon vor dem Benutzen von Bleirohren und stieß auf taube Ohren.  Recht hatte er dennoch. Vielleicht hat ihn keiner gehört, weil die Verantwortlichen unter Bleivergiftungen litten? Vielleicht hört keiner auf die Mobilfunkkritiker, weil jeder sein Handys ans Ohr drückt? Außerdem: Es ist doch alles gut! Es gibt doch Grenzwerte, oder etwa nicht?

Die Definition des Grenzwertes

Was genau bedeutet denn das Wort “Grenzwert”? Als ich das zum ersten Mal auf einen baubiologischen Vortrag gehört hatte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich hatte einen dicken Kloß im Hals, denn da geht es NICHT um meine Gesundheit:

Ein Grenzwert ist der wirtschaftlich vertretbare Verlust an Lebenszeit.

Es geht also nur um eines: Geld!  Das was geschützt wird, ist Ihre Leistungsfähigkeit, Ihre wirtschaftliche Produktivität. Deswegen fallen aus der ganzen Grenzwertdiskussion ältere Mitbürger (Rentner), Kranke und Ungeborene heraus. Diese sind nicht (mehr) “wirtschaftlich vertretbar” und spielen deswegen bei den Grenzwerten keine Rolle.

Baubiologische Vorsorgewerte sind mehr als Grenzwerte

Als Grundlage für geltende Grenzwerte wird ein 30-Jähriger, gesunder Mann gemittelt. An seinem kleinen Sohn sind die Grenzwerte nicht orientiert.

Als Grundlage für geltende Grenzwerte wird ein 30-Jähriger, gesunder Mann gemittelt. An seinem kleinen Sohn sind die Grenzwerte nicht orientiert.

In der Baubiologie sind Grenzwerte Vorsorgewerte. Etwas utopisch anmutend werden hier langfristig tatsächlich die Null-Grenzwerte angestrebt, bzw. das, was natürlichen Ursprungs ohnehin vorhanden ist – nicht mehr. Allerdings ist es in unserer Gesellschaft eigentlich nicht mehr möglich, frei von irgendwelchen schädlichen Einflüssen zu leben.  Deswegen sollten sich Grenzwerte, wenn sie denn schon sein müssen,  an der Lebenszeit des schwächsten Mitglied der Gesellschaft, einem Ungeborenen, orientieren.

Ein Grenzwert müsste  der wissenschaftlich erwiesene Wert einer Dosis sein, der einem Embroy in keinster Weise schadet und der das Wechselspiel vielfältiger Umwelteinflüsse berücksichtigt.

Der  “Nicht-Verlust” von Lebenszeit sollte einen Grenzwert definieren. Ein gewisses Maß an schädigenden Einflüssen kann der Körper ja durchaus tolerieren – die Embryonenforschung zeigt ja, wie hoch die Dosis bestimmter Stoffe und Strahungen sein darf, bis der Embryo schaden nimmt. Schwierig wird der zweite Teil, das Wechselspiel der Umwelteinflüsse. Denn leider ist es ja so, dass wir nicht nur, z.B. von Mobilfunkstrahlung bestrahlt werden – ob wir nun wollen oder nicht – sondern wir werden zusätzlich bombardiert mit Industrie- und Verkehrsabgase, Schadstoffe von Baustoffen, krankmachenden Mikroorganismen, Zusatzstoffen und Bioziden in der Nahrung. Wir essen Nahrung die keine mehr ist, in unseren Kellern lauert Radon, im Kinderzimmer regieren die Weichmacher und auf dem Spielplatz knallt die krebserregenden Strahlung der Sonne hernieder, denn das Ozonloch gibt es immer noch – ebenfalls vom Menschen hausgemacht. Und dann kommt noch der gesellschaftliche Stress obendrauf. Wie viel verträgt also so ein kleiner Embryo an Schadstoffen und Strahung,  der noch nichts weiß vom Schulstress, Existenzängsten und Jobmobbing?

Grenzewerte orientieren sich am Lebenszeitverlust eines 30-Jährigen

Man könnte die ganze Grenzwert-Diskussion noch weiter treiben: Warum wird eigentlich so viel um das Anheben des Rentenalters diskutiert? Wegen der Grenzwerte? Mitunter auch. Diese  müssten angepasst werden, weil die älteren Generationen auf Belastungen schneller mit Lebenszeitverlust reagieren. Statistisch wird die Spanne an wirtschaftlich relevanter Lebenszeit mit erweitertem Rentenalter zwar gestreckt, aber plötzlich zählt nicht mehr der für die Grenzwerte herangezogene, gemittelte 30-jährige Mann, sondern ein 35-Jähriger. Und der reagiert schon wieder anders auf Belastungen, da er in diesem Alter, biologisch betratet, schon abbaut.

Denke Sie des nächste Mal an diesen “wirtschaftlich vertretbaren Verlust Ihrer Lebenszeit”, wenn z.B. der SARs-Wert für den Mobilfunk wieder angehoben wird. Wirtschaftlich betrachtet sind wir “human resources”, “human capital” oder, weil es irgendwie nach mehr klingt,  “Manpower” – geboren um in einer Leistungsgesellschaft etwas zu leisten. Sind wir nicht mehr produktiv oder “wirtschaftlich vertretbar”, werden wir ersetzt.

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9 Antworten auf Was ist eigentlich ein Grenzwert?

  1. Johnb633 sagt:

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  2. Irena sagt:

    Liebe Sindy,
    ich weiß nicht ob mein Eintrag hier so passend ist, allerdings hätte ich doch mal eine Frage. Und zwar habe ich eine Wohnung mit Nachtspeicherheizung für einen Monat zur Zwischenmiete gemietet und habe jetzt aber einiges über die mögliche Asbestbelastung gelesen. Da ich chronisch krank bin (Krankheit vom Immunsystem) mache ich mir Sorgen über die mögliche Belastung. Die Heizung ist von Siemens aber leider finde ich keine Modellnummer oder sonstiges.
    Sind Nachtspeicheröfen tatsächlich gesundheitsgefährdend gerade auch mit dem Aspekt wenn man zusätzlich chronisch krank ist?
    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.

    Viele Grüße
    Irena

    • Sindy sagt:

      Liebe Irena,
      Pauschal ist immer schwierig zu antworten. Es gibt problematische Nachtspeicherheizungen und welche die weniger problematisch sind. Tatsächlich aber können chronisch Kranke zusätzlich durch sie belastet werden, gerade wenn es noch sehr alte Modelle sind. Das Asbestproblem hast du schon angesprochen. Meist kommt das bei Ein- oder Ausbau noch mal besonders zum Tragen. Wenn du bedenken hast, würde ich einen Anruf beim VDB (Verband Deutscher Baubiologen) empfehlen, die dir sicher einen Anspechpartner für Asbest in deiner Nähe nennen können. Da man hier besondere Richtlinien beachten muss, möchte ich mich auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und das den Fachleuten überlassen.
      Aber so eine Nachtspeicherheizung “schlaucht” auch sonst, denn sie lassen sich relativ schlecht drosseln. So ist es meist tagsüber viel zu warm für die Bewohner. Auch das belastet einen ohnehin schon kranken Menschen zusätzlich, gerade auch, weil das Staubaufkommen dann zunimmt, Staub die Schleimhäute reizt und der Teufelskreis beginnt von vorn. Nachts, wenn die Speicherheizung den Strom zieht, um sich wider aufzuladen, hat man das große Problem der Strahlung – zu einen Zeitpunkt in dem der Körper eigentlich Ruhe und Erholung von den ganzen täglichen Stressoren bräuchte. Aber Bewohner von Nachtspeicherwohnungen werden dann erst recht belastet. Gesunden Menschen merken das meist erst, wenn sie mal drei Tage auswärts schlafen und “merkwürdig schlecht” zu schlafen meinen. Das ist “Stressentzug”. Der Körper muss von seinen hohen Leistungslevel erst mal wieder runter regulieren. Nach 3 Tagen ist das ausgestanden, man schläft kürzer, tiefer und ist mit deutlich weniger Schlaf viel fitter.Das ist nur mal ein Beispiel, wie sich die elektromagnetische Belastung auswirken kann. Dauerhaft wie geschreiben “schlaucht” das einen Menschen. Sollte dich ein Baubiologe besuchen, kann der auch mal die Felder nachmessen, tags UND nachts, wenn die Heizung nachläd.
      Ansonsten kann du versuchen das Bett möglichst nicht an eine Nachtspeicherheizung zu stellen. Das ist keine Garantie feldfrei zu schlafen, da Felder sich räumlich je nach (elektrischen, magnetischen udn elektromagnetischen) Umfeld ausbreiten und das alles tageszeitlich sehr unterschiedlich ausfallen kann, doch mit ein paar Bettrück-Aktionen hat man irgendwann eine Stelle gefunden, an der man dann doch besser schläft. In kleinen Wohnungen kann das aber schwierig sein.
      Wenn du sagst “zur Zwischenmiete” ist das Asbest-Problem sicher das dringenste. Hier könntest du aber mal den Vermieter fragen, was das für ein Speichermodell ist. Er müsste das in den Unterlagen haben. Nicht jede Nachtspeicherheiung enthält automatisch auch Asbest. Daher gilt für dich: Informiere dich. Nicht in Panik geraten! Auch Angst macht krank. Wenn du dich in so einer Wohnung unwohl fühlst, nimm ds ernst. Dann würde ich ohnehin mal schauen, ob du nicht eine andere Wohnung findest, in der du dich prinzipiell wohler fühlst. Wenn es ein altes, problematisches Heizungs-Modell sein sollte, würde ich schnell handeln, den Vermieter darüber informieren und rasch eine neue Unterkunft suchen. Aber vielleicht ist es auch ein Modell, das relativ unproblematisch ist und die ganze Aufregung ist umsonst.
      Was du sofort tun kannst: Lüften! Der Staub und alle Partikel müssen regelmäßig aus der Wohnung geblasen werden. Das gilt für so ziemlich jede Wohnung. Dafür wirklich Stoßlüfen und alle Fenster für ein paar Minuten weit aufreißen.
      Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen.
      Liebe Grüße
      Sindy

      • Irena Kroher sagt:

        Liebe Sindy,

        vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
        Ich konnte glücklicherweise schon heute die Modellnummer von der Untervermieterin in Erfahrung bringen. Siemens Typ 2ng1 005 2ng3 060-1, 90er Jahre Baujahr also nach 1986 und nicht asbesthaltig. Die Heizung ist im Wohnzimmer und das Schlafzimmer neben an, heize also nachts das Schlafzimmer mit Türen offen durch die Heizung im Wohnzimmer (ist eine 2 Zimmer Wohnung).
        Meinst du da kommt noch Strahlung ins Schlafzimmer?
        Liebe Grüße
        Irena

        • Sindy sagt:

          Liebe Irena,
          ja, Strahlung kann sich auch durch Wände hindurch ausbreiten. Manchmal wird sich dadurch beeinträchtigt, z.B. weil die elektrische Hausinstallation, Metallrohre oder eine Matallamierung in der Wand sind, aber ob das zum Vor- oder Nachteil des Bewohners wird, kann man eigentlich nie pauschal verhersagen. Wenn dich das interesseirt, frag die Jungs und Mädels beim VBD mal nach einen baubiologischen Messtechniker in deiner Nähe. Der kann die notwenige Ausrüstung und kann entsprechende Messungen vornehmen.
          Nich ganz vergleichbar, aber ein Beispiel das jeder kennt, ist WLAN. Wenn ich mein Laptop nach netzwerken in meiner Nähe suchen lasse, dann ploppen mir gleich 10 verschiedenen Heimnetzwerke entgegen. Viele davon auf der anderen Straßenseite – und alles geht wie ein heißes Messer durch Butter: gleich durch mehrerer Wände hindurch. Da WLAN und Mobilfunk aber hochfrequente Strahung ist, ist das nicht gnaz vergleichbar mit der Strahung einer Nachtspeicherheizung, es soll dir lediglich als Beispiel dienen ,das die eigenen vier Wände nicht der ultimative Schutz sind, auch wenn man sich das gern so wünschen würde.
          Das die Heizung aber asbestfrei ist, ist schon mal das Wichtigste! Lüften würde ich dennoch, eben wegen des Staubs, der die Gesundheit ebenso belasten kann. Vielleicht geht es dir damit ja schon schnell sehr viel besser. Das wünsche dir! Ich drück dir die Daumen.
          Liebe Grüße Sindy

          • Irena sagt:

            Liebe Sindy,
            ich möchte mich noch einmal für die Antwort bedanken.
            Ich bin jetzt in der Wohnung geblieben, schau aber auch mal ob sich noch Alternativen ergeben.
            Ich hoffe du hattest schöne Weihnachtsfeiertage.

            Viele Grüße Irena

  3. Petra sagt:

    Hallo Sindy,
    vom Flohblog bereichert, habe ich mich auch mit den anderen Themen auf deiner Seite beschäftigt. Und etwas intensiver mit dem Elektrosmog und dessen Auswirkung auf Pflanze, Tier und Mensch. Zur Zeit wird ja fleißig Werbung für das Elektroauto betrieben. Sowohl von Wirtschaft als auch von Politik. Es (das E-Auto) sei eine saubere Technologie und eine echt Alternative zu den bisherigen Verbrennungsmotoren. Ich bin mal in mich gegangen und habe darüber nachgedacht. Und ich möchte voraus schicken, dass ich weder Biologe noch Ingenieur bin, mir also Fachwissen fehlt und ich mich deswegen nur laienhaft darüber äußern kann. Das E-Auto wird über eine BatterieZelle betrieben. Diese ist logischerweise im Auto verbaut. Im besten Fall sitze ich also mit meinem Gesäß direkt auf dieser Antriebsquelle. Irgendwie kein so schöner Gedanke. Denn ich denke, dass dieses Stromspeicherelement auch Strahlung abgibt. Wenn dem so wäre, was ich nicht weiss, käme zum sonstigen E-Smog jede Menge weitere Stahlung auf mich und uns zu. Wie gesagt, bin Laie und kann auch falsch liegen. Bei den Überlandleitungen Strom ist es ja kein Geheimnis mehr, dass die für die Umwelt nicht förderlich sind. Also unter die Erde damit, habe ich mich gefragt?….Und dabei auf das Phänomen der immer wieder gestrandeten Wale gekommen. Mit ihrem Echolotensinn ( oder wie sagt man da) schwammen sie zielsicher in den Weltmeeren von A nach B zur Futteraufnahme oder Fortpflanzung. Und plötzlich verirren sich ganze Familien in Gewässer in denen sie nicht zu Hause sind? Im schlimmsten Fall laufen sie an irgendwelchen Stränden auf und verenden in Massen. Wie ist das mit der Schifffahrt und deren Navigationsgeräten? Und wenn Stromleitungen im Meer verlegt werden ?….wie gesagt, bin Laie…aber das sind meine Gedanken dazu…
    Ganz liebe Grüße an meine absolute Lieblingsbiologin von Petra

    • Sindy sagt:

      Hallo Petra,
      man muss da etwas differenzierter an die Problemstellung herangehen und dann auch wieder ganzheitlich. Wale und Elektroautos mir Überlangleitungen in einen Gedanken zu werfen zeigt eins: Alles hängt zusammen und das ganze Ökosystem müsste so betrachtet werden. Das ist gut! Hör nicht auf zu denken.
      Ein paar Impulse will ich dir geben:
      1) Zur Walstrandung: Man vermutet das dies mitunter am Schiffslärm liegt, aber auch Umweltgifte, Veränderungen im Erdmagnetismus und andere Faktoren spielen da mit rein. Wahrscheinlich ist die Ursache vielfältig. Jede einzelne sollte man abschalten, sobald man vermutet, dass dies ursächlich sein kann. Nur so würde man die Belastungen nach und nach senken und könnte sich nicht hinter “Unwisseheit” oder “man muss erst noch mehr forschen” verstecken – sonst ist es irgendwann zu spät und unsere zukünftige Generation wird sich fragen, warum wir nicht gleich was gemacht haben. Das frag ich mich schon heute.
      Die Elektroautos per se sind aus meinen Augen erst mal ein besserer Schritt als weiterhin Verbrennungsmotoren zu entwickeln. Immerhin kann man E-Autos mit Solarenergie betanken. Die Entwicklung muss aber noch einen ordendlichen Quantensprung nach vorn machen, damit das Batteriesäure-Problem gelöst wird und die Speierfähigkeit verbessert wird. Das geht aber nur mächtig voran, wenn man dieser Technologie eine Chance gibt.
      Was die Strahlenbelastung betrifft in so einen Auto denke ich baubiologisch: Ich würde lieber nicht im E-Auto schlafen, solange der Motor läuft. Ist der Strom aus, brechen auch die Felder zusammen, solange man unter keiner Hochspannungsleitung steht und auch da kommt es auf die Karosserie an. Das Thema elektrische, elektromagnetische und magnetische Felder ist leider ziemlich komplex und hat viele Wechselswirkungen. Im Schlafbereich sollte das auf die natürliche vorhanden Felder reduziert sein, dann kann man tagsüber auch mal für 1-2 Stunden auf einer Auto-Batterie sitzten. Man darf sich auch nicht vormachen, dass die Belastung in einen Benziner oder anderen Auto, weniger hoch ist, zumal die Elektrik im Auto in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Besser ist das Auto einfach so oft wie möglich stehen zu lassen, egal mit was es angetrieben wird.
      Strom an sich könnte man ja autakt produzieren, hat dann aber das Problem, dass man irgendwo einen Wechselrichter braucht, der auch ordentlich Felder produziert. Mit Gleichstorm, der aus so einer Photovoltaik-Anlage kommt, lassen sich bisher leider nur bestimmte Beleuchtungen betreiben. Alles also nicht so einfach. Aber Vogelstrauß-Politik nutzt da auch nichts. Man sollte sich das für sich Wichtigste und erst eimal am einfachsten Umsetzbare herausfischen, sich darüber informieren und dann anfangen. Wenn man das verinnerlicht hat und im Alltag etabliert ist, nimmt man sich den nächsten Faktor vor und dann Schritt für Schritt voran.
      ICh denke den Walen hilft man am besten, indem man erst einmal versucht der Plastik-Flut zu hause Herr zu werden. Das heißt nicht, das Plastik gleich wegzuwerfen, im Gegenteil! Es heißt das, was man als Plastik zu Hause hat, möglichst lange zu nutzen, umzunutzen und damit Upcycling zu betreiben, es so lange wie möglich in der Nutzung zu behalten und darauf zu achten, dass einfach kein neues Plastik mehr ins Haus kommt. Das gilt auch für Mikroplastik in Zahnpasta und Co. Plastik ist aktuell das größte Problem für alle im Meer lebenden Tiere. Damit müssen und können wir sofort anfangen. Achte mal darauf, wie viel Plastik man so einkauft. Ist ja nicht nur die Zahnpasta, sondern auch deren Hülle. Die ganzen eingeschweißten Nudeln, die kartonierten und dann in Plastik eingeschweißten Müslis und Co. Kugelschreiber, die man mal hier und da geschenkt bekommt, die Geldkarte aus Plastik, Kunststofffenster, DC-Hüllen….so so so vieles. Allein die hälfte davon zu reduzieren bedeutet eine lange suche nach alternativen Möglichkeiten. Aber das ist etwas, das man durchaus tun kann und das sich lohnt….nicht nur für die Natur, auch für die Ressourcen zukünftiger Generationen oder die eigenen Gesundheit, man denke nur an Weichmacher oder andere Zusatzstoffe, die sich in Plastik befinden. Ich gebe das einfach mal als Anregung hier an. Jeder muss sich fragen, was für ihn relevant ist und damit anfangen. Wieder mehr in Richtung Natur. Das ist ein guter Anfang.
      Liebe Grüße
      Sindy

  4. Petra sagt:

    Hallo Sindy,
    perfekt erklärt! Danke dafür, jetzt bin ich schlauer. Danke auch für die von dir gegebenen Denkanstösse. Es wäre schön, wenn dir eine Plattform außerhalb des Internets zur Verfügung stünde, auf der du viele Menschen erreichen könntest. Denn eines ist klar: Nur durch Aufklärung wird das Bewusstsein der Menschen für diese wichtigen Themen geschärft.
    Vielen, vielen Dank für die Mühe die du dir gibst!
    Ach könnte man nur 1% der Sonnenstrahlen gebündelt einfangen und speichern, ich glaube die Welt hätte kein Energieproblem mehr…* schmunzel*
    Viele Grüße
    Petra

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