Wieviel Zeit verbringen Sie mit Ihrem Handy?

Handynutzung Selbstkontrolle

Wie oft haben Sie heute schon ihr Handy in der Hand gehabt?

Das Handy – ultimatives Kommunikationsmedium des 21. Jahrhunderts. Es ist immer dabei: in der Bahn, im Urlaub, Zuhause, auf der Arbeit, im Kino. Was schätzen Sie? Wieviel Zeit haben Sie letzte Woche insgesamt mit Ihren Handy verbracht und wofür haben Sie es in dieser Zeit genutzt? Schreiben Sie es sich auf.

Ob Sie wirklich richtig liegen mit Ihrer Einschätzung lässt sich nun mit Hilfe einer App kontrollieren, die Teil einer Studie zur Handynutzung ist. “Menthal” heißt sie und wurde von der Universität Bonn entwickelt. Sie ist im google Store kostenlos erhältlich unter:

https://play.google.com/store/apps/details?id=open.menthal

Erste Berichte gibt es dazu bereits von einen Redakteur der Hamburger Morgenpost

http://www.mopo.de/nachrichten/schockierender-selbstversuch-mopo-reporter-probiert-es-aus–bin-ich-handy-suechtig-,5067140,30711736.html

Dem Familienfrieden und der Partnerschaft tut es sicher gut, sich einer Selbstkontrolle zu unterziehen. Generell sollte es zum guten Ton gehören: Hat man ein direktes Gegenüber im Gespräch, sollte der Griff zum Handy tabu sein. Für alles andere hat das Handy einen Speicher der alles aufzeichet. Sie verpassen nichts. Und heute ist es doch ein Luxus einfach mal nicht erreichbar zu sein. Gönnen Sie sich den ab und an – vor allem in Ihrer Freizeit.

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Das Handy nachts auf Flugmodus stellen!

Der Blaulichtanteil der Displaybeleuchtung von Handys, Tablets und Bildschirmen stört das Einschalfen empfindlich.

Der Blaulichtanteil der Displaybeleuchtung von Handys, Tablets und Bildschirmen stört das Einschalfen empfindlich.

Bei Handys scheiden sich die Geister. Die Kritiker sind eindeutig meist Baubiologen, die dem Duchschnittlichen Benutzer aber oft nicht die richtigen Argumente liefern, um die “Bequemlichkeit der Erreichbarkeit” entgegenzuhalten. Tatsache ist: Es gibt kaum noch Menschen, die kein Handy haben. Deswegen ist es viel wichtiger, den sachgerechten Umgang mit dem Handy zu schulen.Retten was zu retten ist. In dem Fall: Die Nachtruhe!

Schlafstörungen durch Displaybeleuchtung

Vor kurzem berichtete die Techniker Krankenkasse, dass Schlafstörungen in Deutschland rapide zunehmen. Schuld daran ist der Blaulichtanteil, den Bildschirme und Handydisplays haben. Diese Blaulicht behindert auch bei einen kurzen Impuls (ein kurzen darufschauen auf das Display um z.B. die Uhrzeit am Handy abzulesen), den Melantoninhaushalt im Körper. Blaulich verhindert die Produktion dieses “Schlafhormons”. Der Rat der Krankenkasse: 2 Stunde vor dem Schlafengehen nicht mehr am PC zu sitzen und das Handy wegzulegen.

Permanente Strahungsbelastung durch Handy-Datenverkehr

Beim Handy kommt noch ein anderer sehr belastender Faktor hinzu: die Strahlung. Im Schlaf soll sich der Körper regenerieren! Das kann er aber nicht, wenn er durch elektromagnetische Impulse oder hochfrequente Strahlung permenant beeinflusst wird. So ein Handy sendet aber auch, wenn es ausgeschaltet ist. Recht eindrucksvoll belegten das die Messungen von Dr. Dietrich Moldan. Alle 30 Minuten sendet in seinen Messungen das scheinbar ausgeschaltete Handy einen Impuls an eine Mobilfunksendeanlage. Ist das Gerät eingeschaltet gab es dieses Datenverkehr sogar alle 2 Minuten.

Einfache Abhilfe: Im Flugmodus schlafen

Das ist Strahlung, die grade in der Schlafphase die Menschen noch einmal zusätzlich belastet. Muss ja nicht sein. Setzten Sie Ihr Handy 2 Stunden vor dem Schlafengehen auf Flugmodus! In diesem Modus wird der Datenverkehr zwischen Ihrem Handy und den Mobilfunkanlagen unterbunden. Wer sich mit dem Wecker des Handy wecken lässt: In den meisten Fällen springt der Wecker selbst im Flugmodus an. Einfach mal testen.

 

 

 

 

 

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Flöhe erkennen und beseitigen

Flöhe

Ein Katzenfloh, gefangen in einer Flohlichtfalle.

Hund- und Katzenhalter kennen das Problem vielleicht: Ihr Tier hat Flöhe! In so einen Fall behandelt man das Tier und die Umgebung und das Problem ist schnell beseitigt. Was aber, wenn einen selbst die Insekten befallen und man gar kein Haustier hat? Soll man nun zum Hundeshampoo greifen und sich selbst damit einseifen? Ein Spot on für Menschen?

Stiche am Bein sind ein erstes Anzeichen für Flöhe im Haus

Auch Baubiologen bleiben von nichts verschont. Und so ist diese Beitrag aus einen persönlichen Erfahrung heraus entstanden. Vor einigen Wochen hatte ich mehrere Stiche am Bein, als ich morgens aufwachte. Woher? Keine Ahung. Es war Anfang Januar und noch keine Zeit für Mücken. Vielleicht eine verirrte Ameise? Die Stiche in der Nacht ging noch 2-3 Tage so weiter, dann war plötzlich wieder Ruhe. 2 Wochen später jedoch kamen mehrere neue Stiche hinzu, immer am Bein. Sehr seltsam das Ganze. Wir haben weder Hund noch Katze, allerdings eine Nachbarkatze die uns alle paar Tage mal besucht. Jetzt also begann die Suche nach dem vermaledeiten Tier, das uns so piesacke. Mittlerweile hatte auch mein Sohn erste Siche – auch wieder nur am Bein!  Mücken schloss ich aus. Die würde ich hören und sehen und die beißen am ganzen Körper, in der Nacht, vor allem an unbedeckten Körperstellen. Dieses Tier jedoch biss mit Vorliebe an den Füßen aufwärts und mit Vorliebe wohl nachts und unter der Bettdecke. Bettwanzen? Auch die konnte ich ausschließen, denn Bettwanzen haben ein anderes Fraßbild: Die typischen Fußstapfen- oder Wanzenstraßen hat eine kürzere “Schrittlänge”. Ein Glück, dass ich Biologe bin. Bleiben nur Flöhe. Die Jagd nach dem Floh begann.

Wie sehen Flohbisse aus?

Wenn man von “Dreiecksbissen” spricht, dann weil die Flohstiche meist zu mehreren auf einer etwa handflächengroßen Fläche gehäuft auftreten,  oft – aber nicht immer – wirkt das wie im Dreieck. Allerdings machen auch Flöhe “Flohstraßen”. Manchmal kann man recht gut erkennen wie der Floh das Beim hoch oder runtergesprungen ist und immer mal wieder zugestochen hat. Die Bisse jucken leider nicht sofort. Frühstens 5 Minuten bis 24 h später beginnen die Bisse zu jucken und zu kleinen Knötchen zu werden. Einzeln sehen sie aus, wie Mückenstiche und bleiben etwa 1-2 Wochen sichtbar.

 

Nachbarschaftsjucken ist ein gutes Indiz für Flohbisse

Ein verrücktes Phänomen: Sticht ein Floh und beginnt der Stich zu jucken, dann juckt auch meist der vorheriges Stich mit. Dieses “Nachbarschaftsjucken” ist ein Phänomen, das man fast immer bei Flohstichen beobachten kann und was einen ebenfalls helfen kann, diesen von Wanzenbissen zu unterscheiden. Man bekommt den Eindruck, dass es nicht nur ein Floh ist, sondern wohl 20, die an einen herumhüpfen. Es macht einen wahnsinnig.

 

Bei Flohbissen nicht kratzen, sondern den Juckreiz stillen

Gemein sind die Flohbisse vor allem weil sie fies jucken. Zusammen mit dem Nachbarschaftsjucken ist das eine ziemlich gemeine Sache. Wichtig ist: Nicht kratzen! Flöhe übertragen zwar keine Pest mehr, aber Bandwürmer und vor allem Streptococcen. Der Gesundheit sind sie also nicht förderlich und ins Haus gehören Flöhe auch nicht. Gegen den Juckreiz helfen alle Mittel gegen Insektenstiche von Fenistil bis Zwiebelsaft. Die einfachste Maßnahme besteht aber darin die Stiche zu kühlen. Auch ein Stück Kernseife, das man anfeuchtet und über die Stich reibt, hat eine lindernde Wirkung auf das Jucken. Entzündet sich ein Biss: Umgehend zum Arzt und nicht herumexperimentieren!

 

Die Flöhe finden und identifizieren

Wenn man den Verdacht auf Flohbefall hat, lassen sich gleich mehrere Dinge tun, den Verdacht zu erhärten. Der Floh muss gefunden werden. Aber wie?

1) Flohlichtfallen aufstellen!

Das ist keine Bekämpfungsmaßnahme, auch wenn so was immer als Bekämpfungsmaßnahme im Internet zu finden ist. Flohlichtfallen können aber helfen, die Flöhe zu fangen und grob zu schauen, wie stark der Befall ist.  Dafür nimmt man eine helle, möglichst große, flache Schale (es geht auch ein Suppenteller), einen Untersetzer und ein Teelicht. Der Untersetzer kommt umgedreht in die Mitte der Schale, darauf ein Teelicht. Die Schale wird mit Wasser gefüllt und mit einigen Tropfen Spülmittel schaumfrei verrührt.

Aufgestellt wird diese Falle in dem Raum, in dem man am häufigsten gebissen wurde. Eine Falle reicht für ca. 10 qm Wohnfläche. Natürlich lässt sich in jedem Raum eine oder sogar mehrerer Fallen aufstellen. Der Raum wir abgedunkelt und man besten verlässt man ihn für ein paar Stunden. Brennende Kerzen sollte man zwar nie unbeaufschtig brennen lassen, deswegen unbedingt darauf achten, dass man die Kerze nicht zu nah an einer Gardine oder gar im Kleiderschrank aufstellt!

In einer solchen Flohlicht-Falle fängt man ausschließlich erwachsene Tiere! Man kann also einen erwachsenen Floh damit dezimieren, hat er aber vorher schon Eier gelegt, wird man die Flöhe auf diese Weise nicht los. Ist der Befall frisch und hüpft nur eine Floh herum, den man womöglich auch noch an sich selbst herumträgt, dann wird man ebenfalls keinen Floh in der Falle finden, obwohl der Raum womöglich voll ist von juvenilen Flohlarven. Haben sich die Flöhe aber schon vermehrt, hüpfen in diese Falle in den nächsten Stunden gewiss ein paar Exemplare. Auch lohnt es sich eine solche Falle für die nächsten 4 Wochen immer mal wieder aufzustellen, um zu schauen, ob die Beseitigung erfolgreich war.

Flöhe fangen mit doppelseitigem Klebeband mit Post-it-Effekt

Etwas ungewöhnlicher ist die Methode sich doppelseitiges Klebeband (das mit Post-it-Effekt) an die Fußknöcheln zu wickeln. Die schwach haftende Seite kommt dabei ans Bein, die stark haftende nach außen. Die heranspringenden Flöhe bleiben am Klebeband hängen. Da Flöhe gerne an den Beinen hoch springen, wird man mit dieser etwas unkonventionellne Methode mitunter schneller einen Floh fangen, als mit einer Flohlichtfalle. Das Klebeband sollte möglichst breit sein, mindestens eine handbreit, besser zwei.

Mit dem Bettlaken auf Flohfang

Die ältere Generation hat einfach ein weißes Laken auf den Boden gelegt und den Kandidaten mit den meisten Stichen in die Mitte des Lakes gestellt. Dann hieß es warten. Meist kam nach ein paar Minuten der erst  Floh übers Laken Richtung Bein gehüpft. Auf dem weßen Laken sieht man den Floh wirklich rasch. Das Übel war gefunden.

Indizien für Flohbefall sammeln

Neben den Stichen ist vor allem Flohkot ein eindeutiges Indiz für die Anwesenheit von Flöhen. Der sieht aus wie sandkorngroße braun-schwarze Kügelchen und findet sich zum Beispiel am Fußende des Bettes auf dem Bettlaken. Mit einen feuchten Taschentuch aufgesammelt, kann man die Krümel etwas zerreiben. Färbt sich das Taschentuch dabei orange-rot, ist das Flohkot. Bereits ein Floh produziert in einer Nacht eine recht annehmliche Menge, die man durchaus auf einen weißen Laken sehen kann.

2) Flöhe bestimmen (lassen)

Hat man einen oder mehrere Flöhe gefangen, kann man diesen im zoologischen Institut oder bei anderen Einrichtungen bestimmen lassen. Hunde-, Katzen- oder Menschenfloh – es gibt ca. 70 verschiedenen Floharten und es lohnt sich zu wissen, ob der Floh nun von Nachbars Katze, dem Gasthund oder dem Igel im Garten stammt, denn nur so kann man sein Verhalten zukünftig so auslegen, dass man einen neuen Befall verhindern kann.

3) Die Stärke des Flohbefalls quantifizieren

Die Flohlichtfalle brings ans Licht. Ein Floh in einer Nacht pro Falle ist ein eher kleiner Befall. Finden sich 10 Flöhe innerhalb von einer Stunde in einer solchen Flohlichtfall, muss man schon von einen massiven Befall ausgehen. Dies ist allerdings nur ein grober Daumenwert.

 

Was tun bei Flöhen in der Wohnung?

Hunde- und Katzenbesitzer haben es recht einfach: Der Floh bleibt auf dem Tier und lässt sich dort mit allerlei Präperaten behandeln. Spot on, Flohshampoo oder Flohpuder, die Liste an Tierpräparaten gegen Flöhe ist lang.

Was aber wenn man gar kein Haustier hat?

Bei uns im Haushalt leben 2 Meerschweinchen. Diese haben wir mit einen Flohkamm durchgekämmt, aber nichts gefunden.  Wer Mäuse, Hamster oder andere Nagetiere hat, sollte diese unbedingt ebenfalls durchkämmen.

Katzenflöhe gehen auch an Menschen

Die Pest ist berühmt geworden, weil die Flöhe Ratten als “Taxis” benutzt haben! Wer behauptet Flöhe gehen nicht an Menschen, der hat einen wichtigen Teil der Geschichte ausgeblendet! Zur Not ernährt sich der Hundefloh von der Katze, der Katzenfloh von der Ratte und der Igelfloh vom Mensch. Nur weil wir nicht jeden Tag unser Lieblingsessen bekommen, heißt das nicht, dass wir uns nicht vermehren oder nicht überleben könnten! Dem Floh geht es ähnlich. Er hat eine Vorliebe für Hund, Katze oder Mensch, kann aber durchaus an allen Tiere leben und sich vermehren und das viele viele Lebenszyklen hinweg! Wer also denkt, der Katzenfloh wird ohne Katze im Haus schon irgendwann verschwinden, der kann lange warten…sehr, sehr lange. Die Spezialisierung der Flöhe ist nicht so ausgeprägt wie man meinen können. Ein hungriger Floh ist nicht mehr wählerisch.

 

Die chemische Keule gegen Flöhe sollte die Ausnahme sein

Ganz klar: Flöhe sind Insekten und als solches werden sie durch Insektizide getötet. Wirkstoffe gibt es viele: Dichlorvos, Propoxur, Phermithrin, Pyrethrine, um nur die Bekanntesten zu nennen. Natürlich wirken solche Stoffe spezifisch auf Insekten – aber…leider reagiert der Mensch da ebenfalls oft drauf. Was bei Insekten zur Beschädigung der Natruim-Kanäle führt, das wirkt im komplexen Organismus Menschen zu Juckreiz, Haarausfall oder schweren Allergien führen. Insektizide können beim Menschen auch Nervenentzündungen bis hin zu Lähmungen verursachen. Können! Der Konjunktiv soll kein Freibrief sein, Insektizide hemmungslos anzuwenden. Vielmehr ist man immer erst hinterher schlauer, wenn das Kind bereits in den berühmten Brunnen gefallen ist. Deshalb sollten solche Mittel nur im extremen Notfall und sehr gezielt eingesetzte werden, und das von Fachpersonal! Fogger – sogenante Vernebler – sind für Wohnräume absolut ungeeignet! Insektizide sollte erst zum Einsatz kommen, wenn nichts anderes mehr hilft, und auch nur sehr gezielt eingesetzt werden!

Hausmittel gegen Flöhe helfen nicht

Lavendel, Knoblauch oder Zitronenscheiben, Vitamin B1  – das alles sind Hausmittel die einen bereits eingesetzten Flohbefall nicht bekämpfen! Lavendel kann ( Konjunktiv!) auf Flöhe eine abschreckenden Wirkung haben, aber wenn der Floh erst mal Eier in der Wohnung hinterlassenhat, dann ist es für Lavendelduft bereits zu spät! Auch ein ausgehungerter Floh wird einen nach knoblauch riechenden  Menschen befallen, wenn der Floh nur hungrig genug ist.

Die wichtigste Bekämpfungsgerät gegen Flöhe ist der Staubsauger

Wer seine Flöhe möglichst ohne Chemie zu Leibe rücken will, der wird in den nächsten 3 Wochen ein gehöriges Maß Arbeit im Haus vor sich haben – leider. Doch man erspart sich das Gift im Haus. Der Staubsauger wird zum besten Freund.

1.Woche: Großputz

Betten, Sofas, Poster soweit wie möglich auseinaner nehmen und alles absaugen, am besten in höchster Leisung. Wer einen Dampfreiniger hat, sollte diesen unbedingt nutzen!  Waschbare Bezüge kommen bei 40 Grad in die Waschmaschine, wenn möglich bei 60 Grad. Stoffe die man nur per Hand waschen kann, können mit einen Neem-Waschmittel oder Textilspray auf Neem-Basis bearbeitet werden. Die in den Stoffen befindlichen Larven sind dann schon mal an ihrer Weiterentwicklung gehemmt (zur Wirkweise gleich mehr).
Die unterse Reihe im Bücherregal gehört genauso entstaubt, wie die Wäsche in der untersten Schublade im Schrank gewaschen werden muss. Eine gewaltige Arbeit.

Teppiche die herausnehmbar sind: Herausnehmen, ausklopfen und am besten zusätzlich mit den Dampfreiniger bearbeiten, Fußboden saugen.

2. Woche: Sauberer als sonst

Diese Woche reicht es einmal täglich zu saugen, Das Bett alle 3 Tage neu zu beziehen. Neem udn Diatomeen-Erde müssten genauso wie die Putzaktion zum Erfolg führen. Es sollte stiller geworden sein auf dem Fußboden. Was noch nicht in  der Waschmaschine war, kann da nun rein. Letzte Winkel können noch nachbearbeitet werden.

3. Woche noch einmal Großputz

Diatomeenstaub ist nartnäckig. In dieser Woche sollte deshalb vermehrt gewischt werden um den Staub wieder von den Oberflächen zu bekommen. In den Ritzen und Fußleisten kann er belieben, wird sich aber in den letzen Tagen auch auf Fensterscheiben, Fernseher oder Schreibtisch abgesetzt haben. Da gehört er nicht. Am Ende der Woche kann man noch einmal mit einen Neem-Spray die Matratzen, den Kleiderschrank oder die Winkel nachsprühen. Dann ist der Spuk hoffentlich vorbei.

Was man über Flöhe wissen sollte

Flöhe halten sich mit Vorliebe bis Kniehöhe auf. Sie können zwar bis zu 6 Meter weit spingen, machen das aber nur im äußersten Notfall oder wenn sie ihre Lieblingsspeise vorbeimarschieren sehen. Zu Hause sind sie eher faul.

Flöhe legen KEINE Nester an! Sie lassen ihre Eier da fallen, wo sie sich grade befinden. Natürlich wird aus dem Hundekörbchen ein Flohnest im übertragenden Sinne, wenn die Flöhe sich bevorzugt auf dem Hund aufhalten und die Eier mehr oder weniger ins Hundekörbchen fallen. Ohne Hund purzeln die Nachkommen einfach aus der Hose und fallen da hin, wohin der Mensch sie eben trägt.  Sie sammeln sich deswegen in Fußbodenritzen an, werden vom Wind in die Fußleisten geweht oder landen dort, wenn der Floh sich in irgendwelche Ritzen quetscht.

Wirkung von Neem und Diatomeen-Erde auf Flöhe

Neem-Präperate und Diatomeen-Erde, auch Kieselgur genannt, sind in der Baubiologie die beiden wichtigsten Mittel neben Staubsauger und Dampfreiniger im Kampf gegen Flöhe.

Neem wirkt auf die Flohlarven

Neem ist ein sehr schnell wachsender Baum aus Indien, der dort traditionell für alles Mögliche eingesetzt wird, als Heilmittel ebenso wie zur Insektenbekämpfung. Azadirachtin ist der Stoff, der den Neembaum zu einen Schädlingsbekämpfungsmittel macht: Er  ähnelt dem Ecdysteroid, einen Wachstums und Häutungsregulator vieler Insekten, darunter auch die Flöhe. Azadirchtin greift in den Hormonhaushalt der Insekt ein und verhindert u.a. die Häutung. Es hemmt die Chintinsynthese. Die Floharven können kein Exoskelett mehr aufbauen und sich nicht zum ausgewachsenen Floh entwickelt. Auf erwachsene Flöhe  hat Neem keine Wirkung! Deswegen: Bis man merkt, das Neem wirkt, können 4 Wochen vergehen. Erwachsene Tiere leben leider so lange, der Entwicklungszyklus eines Flohs von Ei bis zum Erwachsenen Exemplar – ohne oder nur mit extrem kurzer Puppenruhe – beträgt 2-3 Wochen. Die Puppenruhe kann leider bis zu 9 Monaten dauern, wird aber durch Erschütterung unterbrochen, weshalb häufiges Staubsaugen die Puppen zum Schlüpfen animiert. Neem wirkt etwa 3-6 Monate, je nach verwendeter Konzentration. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte also nach jeweils 2X3 Monaten kritische Bereiche wie Kleiderschränke, Matratzen, teure Teppiche oder verstecke Winkel erneut mit Neem besprühen.

Kieselgur wirkt auf die erwachsenen Flöhe

Hier kommt die Diatomeen-Erde, auch bekannt als Kieselgur, ins Spiel. Der feine Staub, der aus lauter Kieselalgen-Skeletten besteht, ist so fein und bizarr in seiner Struktur, dass er sich, ähnlich mancher Pflanzensamen, an den Floh haftet und sich in den Chitinpanzer bohrt. Der Floh, der mit solchen Staub in Kontakt gekommen ist, versucht sich natürlich sofort vom Staub zu befreien. Durch die Bewegungen verteilt sich aber der Staub nur noch gründlicher und gelangt an die Schwachstellen: die Gelenken. Dort bohren sich die Diatomeen-Skelette in das Exoskelett und machen das, was Kieselgur so macht: Feuchtigkeit anziehen. In dem Fall trocknet Kieselgur die Insekten aus. Das dauert ein paar Tage. Zwischen 48 und 72 h kann so eine “Mumifizierung am lebenden Objekt” dauern. In diesen 4 Tagen kann es also durchaus vorkommen, dass trotz Kieselgur hier und da ein springend Floh gesichtet wird …vielleicht sogar noch aggressiver als sonst, denn der Durst den so ein austrocknender, todgeweihter Floh hat, der muss gewaltig sein. Auch nach den 4 Tagen kann hin und wieder noch ein Floh zu sehen sein, in dem Fall sind das die Exemplare, die bis vor kurzen in der Puppenruhe ware und gerade geschlüpft sind. Kieselgur wirkt in trockenen Wohnungen (50% rel. Luftfeuchte) etwa 1 Jahr. Nach einer Woche müssten erste große Erfolge mit Diatomeen-Erde zu verbuchen sein.

Eine Warnung zu Kieselgur

Naturprodukte sind ebenfalls nicht unbedenklich! Der feine Staub von Kieselgur ist Lungengängig und kann Krebs auslösen, wenn man den Staub einatmet. Deswegen: Der, der Kieselgur ausbringt, sollte möglichst vorsichtig vorgehen und das Ritzen damit nicht einpudern, eher vorsichtig beriseln. Ein P3-Staubschutzfilter tut gute Dienste. Alle anderen Personen sollten den Raum für ein paar Stunden verlassen, bis sich der Staub gelegt hat. Hat er sich abgesetzt, bleibt er auch auf den Oberflächen haften und wird nur schwer wieder verwirbelt. Dennoch: Haftet Kieselgur auf einen Apfel und wrd gegessen, ist das nicht dramatisch, sondern fast schon gut für Haut und Haar. Bei Pestiziden sieht das anders aus.

Die schnellsten und wirksamsten Waffen gegen Flöhe: Staubsaugen

Am schnellsten wirkt der Staubsauger! Alles was eingesaugt wird, ist erst mal weg. Ob Floh, Larve, Ei oder Puppe: Was weg ist, ist weg und kann keinen Schaden mehr anrichten. Wer nicht nach jedem Saugen den Staubsaugerbeutel wechseln will, kann ihn vorsichtig aus dem Staubsauger ziehen und sofort in eine Tüte packen und bis zum nächsten Saugen ins Gefrierfach legen. Floheier und Puppen überleben das Einfrieren, Larven und erwachsene Flöhe aber nicht. Schlüpfen wird bei -18 Grad aber kein Floh, so das der Staubsaugerbeutel noch mal verwendet werden kann. Wem das zu mühsam ist, der sollte etwas Kieselgur am Ende des Saugens einsaugen. Der Staubsauger ist kein Flohzerhächsler! Die Flöhe entwickeln sich ohne Tiefkühlung wunderbar in der trockenen Wärme des Beutels und ein erwachener Floh hat auch keine Mühe aus dem Staubsauger herauszufinden. Deswegen: Ein paar Staubsaugerbeutel gleich nachbestellen und ein paar Tüten bereithalten, Platz im Eisfach machen und/oder Kieselgur einkaufen.

Was tun wenn nach dieser alternativ-Behandlung keine deutliche Besserung eingetreten ist?

Ist der Befall nach 1-2 Wochen nicht deutlich zurückgegangen, gilt vor allem: Ruhe bewahren! In so einen Fall die Wohnung noch einmal gründlich inspizieren. Sind wirklich alle Schubladen und Schränke und alles was sich auf Kniehöhe befindet, vor allem Polster und Textilien, abgesaugt und behandelt worden? Auch zwischen den Sofapolstern? Alle Ritzen? Sind irgendwo noch Ritzen, Fugen oder Schränke unter die man nicht gekommen ist? Eine bodenlange Gardine vergessen zu waschen? Kommen die Floheier vielleicht über die Fußmatte ins Haus?
Gibt es ein Gasttier zu Besuch oder war das eigene Kind vielleicht in einen Haushalt mit Hund oder Katze? Flöhe sind hartnäckig. Denken Sie daran: Der Mensch ist intelligenter!

Wenn nach 2 Wochen keine Besserung eingetreten ist, kann man sich entweder an einen Baubiologen wenden oder an einen Schädlingsbekämpfer. Wer die Kosten scheut, kann zu einen Umgebungsspray gegen Ungeziefer greifen. Fußmatten und Schuhe im Schuschrank sollte man nach Draußen bringen und im Freien im einen Ungezieferspray einsprühen. Die meisten enthalten Permithrin, das bei empfindlichen Menschen schwere Nervenentzündungen hervorrufen kann, also wirklich nur im Äußersten im Wohnraum einsetzten! Zimmer, in denen Pestizid gesprüht wird, z.B. in versteckten Winkeln oder Stellen an denen sich die Flohlarven gern verstecken (Schubladen, Kleiderschränke,Fußbodenritzen, Fußleisenfugen), sollten mindestens 2 h nicht betreten werden und anschließend mindestens 1 h ausgiebig gelüftet werden. Kinderspielzeug und  Lebensmittel gehören vor der Sprühaktion weggepackt. Kleider unbedingt danach waschen.

Flöhe am Menschen bekämpfen

Flöhe sind flink. Zieht man die Kleidung aus, hüpfen sie einfach woanders hin und warten bis man sich wieder frische Kleidung angezogen hat. An mir saß 3 Tage ein Floh (oh ja, ich weiß wovon ich spreche…) , und der war ziemlich gerissen. Heute kann ich drüber lachen: Ich hab ihn ertränkt! Dafür die Badewanne mit Wasser füllen. Ist sie voll, so schnell wie möglich samt Bekleidung in die Wanne steigen und vollständig untertauchen! Ich hab 2 Anläufe gebraucht, bis ich die Floh erwischt hab. Luftblasen sollten dabei aus Hemd und Hose gedrückt werden. So einem Floh reicht eine kleine Blase in der Jeans, um den Tauchgang wie in einer Taucherglocke zu erleben. Verrückte Biester. Also nicht aufgeben und sich von den Tieren nicht in den Wahnsinn treiben lassen.

Alles an Kleidung was am Tag getragen wurde und was die Waschmaschine vielleicht nicht mehr schafft, kann erst mal in der gefüllten Badewanne zwischengelagert werden. Je heißer das Wasser desto besser.

Flohshampoo für Hunde beim Menschen – lieber nicht!

Natürlich wirkt Flohshampoo für Hunde auch am Menschen!  Doch auch hier: Das ist Gift! Bevor ich empfehlen würde mich selbst damit zu shampoonieren, würde ich lieber noch 5 Anläufe zum Ertränken des Flohs machen. Zur Info: Ein Hundeschampoo gegen Flöhe tötet auch Katzenflöhe.  Der Wirkstoff ist immer noch Permithrin oder eine anderes Insektizid, und das wirkt auf ALLE Insekten. Darüber hinaus geht er beim Duschen direkt in Wasser, und genau da gehört er nun gar nicht hin, denn Permithrin ist z.B. für Fische extrem tödlich. Der Wirkstoff sollte übrigens mindestens 10 Minuten einwirken. Danach muss man sich gründlich abduschen. 10 Minuten im Giftschaum…..Schonender ist ein Gang in die Sauna. Flohlarven sterben ab 40 Grad ab. Bei 60 Grad ist alles tot.

Das Märchen von den Flohnestern

Nochmal: Flöhe legen keine Nester an! Wohl aber kann man von Nestern sprechen, wenn die Katzendecke voller Floheier ist. An sich springt ein erwachsener Floh einfach herum und lässt seine Eier da fallen wo er grad ist. Deswegen sind Teppichbesitzer und Hauseigentümern mit alten Dielenböden besonders gestraft. Theoretisch kann in jeder Ritze und zwischen jedem geknöpften Wollbüschel ein Flohei sitzen. Saugen, Saugen und nochmal Saugen. Man zieht sich aus, schüttelt evtl. noch falten aus dem Hose und das Flohei, das sich zwischen den Textilfasern der Hose verfangen hatte, fliegt nun quer durchs Schlafzimmer in irgendeine Ecke…

Was tun bei Flöhen im Bett?

Flöhe im Bett – was für ein Horror. Leider sind aber die unerklärlichen Siche, die man meist am Morgen entdeckt, tatsächlich ein Anzeichen dafür, dass man einen tierischen Albtraum names Floh im Bett hat. In so einen Fall lohnt es sich vor allem dasuntere Drittel der Matratze des Bettes genauer zu inspizieren. Finden sich auf dem Bettlaken kleine, sandkorngroße, braun-schwarze Krümel? Wer nicht sicher ist, sollte das Bettlaken wechseln und als nächstes ein weißes, möglichst dicht gewebtes Bettlaken aufziehen und einen morgen später noch einmal schauen. Wenn man solche Krümel findet nimmt man ein Taschentuch, feutet es mit Wasser an und tupft die Krümel auf. Schiebt man sie nun etwas auf dem Taschentuch hin und her und färbt sich der Untergrund orange-rot, dann ist das Flohkot, verdautet Blut. Ziemlich eklig.

Hier lohnt sich die Umstellung auf einen Zimmerservice ähnlich wie im Hotel: Die Betten täglich oder wenigstens alle 2 Tage neu beziehen, bevor das neue Bettlaken drauf kommt: Nach Flohhinterlassenschaften inspizieren. Finden sich welche, ist wenigstens 1 erwachsenes Exemplar noch da. 3 Wochen hindurch sollte sich kein Flohkot mehr finden, dann ist das Bette frei. Vor dem Beziehen immer wieder die Matratze saugen! Matratzenaufleger und auch die Bezüge gehören so heiß wie möglich gewaschen oder abgedampft. Auch gehört die Matratze täglich gelüftet. Gute Dienste leistet Neem-Spray, mit dem man die Matratze einsprühen kann. Neem wirkt auch gegen Milben, die sich in nahezu jedem Bett finden.

Was Schimmelpilze mit Flöhen zu tun haben

In der Tat bin ich häufiger in Haushalten, in denen neben Schimmelpilze auch Flöhe, aber auch Silberfischchen zu finden sind. Wie Silberfischchen erhähren sich auch die Flohlarven von Schimmelpilzen! Stechen tun nur die erwachsenen Flöhe. Sieht man einen, kann man davon ausgehen, dass 95% der Flöhe noch in einen niederen Entwicklungsstadium in der Wohnung zu finden sind und die beißen noch nicht, sondern leigen als Eier im Teppich oder kriechen als Larven zu den Zimmerecken, wo der Schimmel wächst, den sie dann fressen. Und nein: Flohlarven als Schimmelbeseitiger einzusetzten, ist natürlich unsinnig. So viel fressen die winzigen larven auch nicht und davon abgesehen: Wer will schon einen Flohzirkus im Haus.

Mein Fazit nach dem Flohbefall

Flöhe lassen sich mit viel Arbeit, Neem und Kieselgur gut in den Griff bekommen. Nach 3 Wochen Großputz sind die Kleiderschränke entrümpelt, das Sofa so sauber wie schon lange nicht mehr. Teppichböden haben kaum und einige Stofftiere haben ihr neues Zuhause in der Mülltonne gefunden. Die Strom- und Wasserrechnung war deutlich höher als sonst und die Saugerei hat 6 Staubsaugerbeutel verschlissen, da das Kieselgur die Beutel recht schnell verstopft und ich lieber einmal mehr den Beutel gewechselt hab, als das die Flöhe da wieder heraushüpfen. Verwendet haben wir für einen 4-köpfigen Haushalt auf 110 qm eine Flasche Neem-Textil, 2 Flaschen Neem-Spray und etwa 100 g Kieselgur. Und das alles wegen ein paar Katzenflöhen. Wir haben den Befall glücklicherweise recht schnell bemerkt und konnten umgehend handeln. Wie bei einen Schimmelpilzproblem sollte man auch bei Flöhen nicht zögern und schnell und besonnen handeln.

Das war eine Erfahrung, die ich wirklich nicht noch einmal brauche. Ich wünsche allen, die mit Flöhen zu kämpfen haben, dass auch sie die Plage schnell und giftfrei loswerden. Flöhe sind kein Zeichen mangelnder Hygiene, genauso wie Schimmelpilze das nicht sind.

Bei Fragen stehe ich gern zur Verfügung. Ich freue mich über eine kleine Anerkennung, wie einer Spende. Die Fragen beantworte ich kostenfrei und nach bestem Wissen und Gewissen aus meiner eigenen langjährigen Erfahrung als Baubiologe, Diplombiologe, TÜV-zertifizierter Sachverständigentätigkeit (Zertifikat mit dem Amt niedergelegt) und manchmal auch aus leidtragender Eigenerfahrung heraus – wie hier in diesem Flohartikel. Heute bin ich einfach Mama, weil es wichtig war. Wir leben bescheiden. Helfen kann man mir auch über den Kauf der Produkte bei Amazon über meine Links, deshalb hier noch mal kurz aufgelistet, was sich bei mir bewährt hat:


 

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Strahlungen von Elektroleitungen stören Zugvögel – Wie Elekrosmog Rotkehlchen irritiert.

Elektrosmog macht Rotkehlchen orientierungslos.

Elektrosmog macht Rotkehlchen orientierungslos.

Erinnern Sie sich noch an die Ölpipelines durch Alaska und die Aufstände der Umweltaktivisten, weil dadurch nachweißlich die Wanderroute der Karibus gestört wurde? Alaska ist hier! Nur das unsere Karibus fliegen können. Es sind die Rotkehlchen, denen ein Forscherteam um Prof. Dr. Henrik Mouritsen, Biologe und Lichtenberg-Professor an der Universität Oldenburg, mehrere Jahre volle Aufmerksamkeit widmete. Und sie fanden Beunruhigendes.

Elektrosmog hat unterhalb bestimmter Grenzwerte hat keine Auswirkungen auf den Menschen. Das galt bisher als Stand der Wissenschaft und so fließt der Strom in den meisten Haushalten  durch nicht abgeschirmte Elektroleitungen.  Keine Auswirkungen auf Menschen…aber die Natur hat mehr zu bieten als nur den Homo Sapies.  Biologie-Professor Henrik Mouritsen untersuchte über 7 Jahre hinweg in zahlreichen Studien das Verhalten von Rotkehlchen im Mittelwellenbereiche elektromagnetischer Felder. Ergebnis:  völliges Versagten des Magnetkompass der Tiere, sobald die Vögel diesem Feld ausgesetzt waren. Erschütternd war vor allem, dass dies selbst dann passierte, wenn die Signale nur ein Tausendstel des von der Weltgesundheitsorganisation als unbedenklich eingestuften Grenzwerts betrugen.

Am 15. Mai macht die neue Ausgabe der  englischen Zeitschrift “Nature” die Studie zum Titelthema. Unter dem Titel „Anthropogenic electromagnetic noise disrupts magnetic compass orientation in a migratory bird“ (Von Menschen verursachtes elektromagnetisches Rauschen stört die Magnetkompass-Orientierung von Zugvögeln) können Interessierte dann genaueres zur Studie lesen.

Unter dem Sammelbegriff  “Elektrosmog” versteckt sich eine ganze Fülle an Strahlungen, vom hochfrequenten Mobilfunkbereich über den Strom der Hausinstallation bis hinunter zum Bahnstrom. Erfahrene baubiologische Messtechniker und Baubiologen differenzieren deshalb gerne um das Kind beim Namen zu nennen. Ansonsten ist das etwa so, als würden Sie zu einem Biologen sagen dass das Grünzeug da doch alles “Unkraut” ist.

Mittlerweile reagieren immer mehr Menschen auf die hausgemachten Strahlungseinflüsse. Besonders hart trifft es die wirklich Elektrosensiblen: Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Nervenschmerzen, chronische Unruhe oder permanentes Erschöpftsein sind nur einige typische Symptome. Einen kurze aber gute Übersicht über das Thema Elektrosmog findet sich unter http://www.umwelt.nrw.de/umwelt/pdf/elektrosmog.pdf, auch wenn die baubiologisch geforderten Vorsorgewerte noch einmal deutlich tiefer liegen.

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Hotels ohne WLAN – entspannter Urlaub

Urlaub vom Alltagsstress bedeutet auch entspannt Schlafen. Hier finden sie Adressen.

Urlaub vom Alltagsstress bedeutet auch entspannt Schlafen. Hier finden Sie elektrosmogreduzierte Hotels.

Im Urlaub möchte man sich entspannen und den Stress des Alltags von sich abfallen lassen. Nicht erreichbar zu sein ist schon ein Luxus, den sich so mancher auch im Urlaub nicht so wirklich gönnen mag. Aber wie wäre es denn mal mit ein paar Tagen schlafen ohne dass man ständig der WLAN-Strahung ausgesetzt ist? Oder möchten Sie einmal versuchen, ob sich da ein Unterschied zwischen Ihrem WLAN-verstrahlen Zuhause und einem WLAN-freien Schlafplatz ergibt? Dann verbringen Sie doch testweise einmal ein paar  elektrosmogfreie Nächte.

Wo Sie ein solches elektrosmogreduziertes Hotel finden, dafür gibt es nun endlich eine Webseite! Unter http://hotels-ohne-wlan.com/ können Reisende und Urlauber eine elektrosmogreduzierte Unterkunft finden.

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie die ersten ein bis zwei Nächste erst einmal schlechter schlafen. Hat ihr Körper tatsächlich die letzten Jahre mit WLAN und anderen Elektrosmog-Emittenten in Ihrer Wohnung geschlafen, erlebt er nun zum ersten Mal eine im wahrsten Sinn des Wortes “entspannte” Nacht. Das sind Sie nicht mehr gewohnt und es braucht seine Zeit, bis man sich an ein so gesundes Umfeld angepasst hat. Stress lass nach. Nach dieser Adaptionsphase sollten Sie aber viel entspannter, frische und motivierter erwachen. Und vielleicht geht es Ihnen dann wie mir und Sie kommen in so einem elektrosmogfreien Schlafzimmer mit 3-4 Stunden Schlaf aus, weil dieser dann wirklich einmal eine Wohltat ist.

Dennoch sollten Sie nicht einfach andere für sich denken lassen und unbedingt vor der Buchung die Homepage der Hotels aufsuchen, um dort die Hinweise zu WLAN zu studieren und evtl. vorher noch mal kurz mit dem Hotel telefonisch diesbezüglich Rücksprache halten. Hier tut sich ein neues Betätigungsfeld für Baubiologien auf: Qualtitäskontrolle,  regelmäßige Nachmessungen und allgemeinverständlich Protokollierung der Messergebnisse.

Übrigens: Hotelbetreiber, die in ihrem Hotel Wert legen auf strahlungsarme Gästezimmer, können sich im Verzeichnis kostenfrei eintragen.

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Was ist eigentlich ein Grenzwert?

Bis Bleirohre für Trinkwasser verboten wurden, dauerte es von ersten Skeptiker bis zum gesetzlichen Implementierung 2000 Jahre.

Bis Bleirohre für Trinkwasser verboten wurden, dauerte es von ersten Skeptiker bis zum gesetzlichen Implementierung 2000 Jahre.

Es gibt sie im Arbeitschutz, im Umweltschutz, im Verbraucherschutz: Die Grenzwerte. Sie sollen vor einer schädigenden Dosis Strahung, vor zu vielen Schadstoffen oder Lärm schützen. Und so gehen die meisten in der Annahme: Dann wird schon alles gut sein. Aber wissen Sie wirklich was ein Grenzwert ist?

Vom Unsinn der Grenzwerte

Die Diskussion um Grenzwerte ist eine sehr merkwürdige,  denn eigentlich braucht die Natur keine Grenzwerte. Stellen mit erhöhter Radioaktivität z.B. haben unsere Urahnen schon entweder gemieden oder zu “heiligen Orten” ernannt – also nichts, wo man dauerhaft hätte wohnen wollen. Die Natur reguliert sich selbst. Einzig der Mensch hat mittlerweile massiv in seine Umgebung eingegriffen. Da werden radioaktive Stoffe und Schwermetalle aus großen Tiefen geholt, fossile Brennstoffe verbrannt, noch nie dagewesene Strahlungen wie der Mobilfunk global und flächendeckend ausgebracht, Biozide entwickelt und neuen chemische Verbindungen hergestellt, für die die Natur so gar keine Verwendung hat. Es braucht also Werte, die wir uns selbst auferlegen müssen, damit wir nicht vollends im eigenen Dreck ersticken. Eigentlich dürfte es für all das keine Grenzwerte geben, denn all das sollte von Natur aus gar nicht existieren. Deswegen ist die Grenzwert-Diskussion an sich schon irrwitzig.

Der Kampf um die Grenzwerte

Doch der Irrwitz geht erst richtig los. Auf der einen Seite steht die Industrie und die Lobbyisten, auf der anderen Seite die kritischen Ärzte, die Geschädigten und oft genug die Baubiologen.  Die eine Seite macht Milliarden-Umsätze mit den Ursachen, die andere gibt Milliaden für die Behandlung der Symptom aus. Die eine Seite kämpft meist um höhere gesetzliche Grenzwerte,  die andere um deren Herabsetzung. Irgendwo dazwischen befinden sich die Verbraucher – mehr oder weniger kritisch und bereit grenzwertbedürftige Produkte und Dienstleisungen zu nutzen ohne sich weitere Gedanken darüber zu machen.  Aktuell wird im Bereich Mobilfunk eine der härtesten Grenzwertdiskussionen geführt. Es gibt mehr Handyvertäge als Einwohner in Deutschland, dementsprechend schwer ist der Stand der  Mobilfunkgegner.

Was Bleirohre mit Mobilfunk zu tun haben

Seid über 20 Jahren boomt der Mobilfunk. Flächendeckende Strahlung "versorgt" uns, ob wir wollen oder nicht.

Seid über 20 Jahren boomt der Mobilfunk. Flächendeckende Strahlung “versorgt” uns, ob wir wollen oder nicht.

Anders verhält es sich mit den Grenzwerten von Radioaktivität und Schadstoffen im Trinkwasser. Da gibt es jedesmal ein gesellschaftliches Aufatmen, wenn die Grenzwerte gesenkt werden oder einen Aufschrei, werden diese angehoben – einfach weil die Erfahrung über viele Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte gezeigt hat, dass es besser ist, wenn z.B. Blei im Trinkwasser möglichst nicht enthalten ist. Da zeigt sich bereits: Aus Schaden wurde man klug – langsam. Rund 2000 Jahre hat es gedauert, bis Bleirohre für Trinkwasserleitungen verboten wurden. Von den Römern bis in die 1970er (!) und das viele, viele, sehr viele Bleivergiftungen später. Und der Mobilfunk? Der kam erst so richtig in Schwung mit dem Errichten des D-Netzes im Jahr 1992. Immerhin 22 von 2000 Jahren haben wir schon mal hinter uns gebracht. Die ersten Hirntumore werden  noch nicht einstimmig den zu hohen Grenzwerten für Mobilfunk zugeschrieben – noch nicht. Aber auch der damalige römische Architekt Marcus Vitruvius Pollio warnte die römische Gesellschaft schon vor dem Benutzen von Bleirohren und stieß auf taube Ohren.  Recht hatte er dennoch. Vielleicht hat ihn keiner gehört, weil die Verantwortlichen unter Bleivergiftungen litten? Vielleicht hört keiner auf die Mobilfunkkritiker, weil jeder sein Handys ans Ohr drückt? Außerdem: Es ist doch alles gut! Es gibt doch Grenzwerte, oder etwa nicht?

Die Definition des Grenzwertes

Was genau bedeutet denn das Wort “Grenzwert”? Als ich das zum ersten Mal auf einen baubiologischen Vortrag gehört hatte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich hatte einen dicken Kloß im Hals, denn da geht es NICHT um meine Gesundheit:

Ein Grenzwert ist der wirtschaftlich vertretbare Verlust an Lebenszeit.

Es geht also nur um eines: Geld!  Das was geschützt wird, ist Ihre Leistungsfähigkeit, Ihre wirtschaftliche Produktivität. Deswegen fallen aus der ganzen Grenzwertdiskussion ältere Mitbürger (Rentner), Kranke und Ungeborene heraus. Diese sind nicht (mehr) “wirtschaftlich vertretbar” und spielen deswegen bei den Grenzwerten keine Rolle.

Baubiologische Vorsorgewerte sind mehr als Grenzwerte

Als Grundlage für geltende Grenzwerte wird ein 30-Jähriger, gesunder Mann gemittelt. An seinem kleinen Sohn sind die Grenzwerte nicht orientiert.

Als Grundlage für geltende Grenzwerte wird ein 30-Jähriger, gesunder Mann gemittelt. An seinem kleinen Sohn sind die Grenzwerte nicht orientiert.

In der Baubiologie sind Grenzwerte Vorsorgewerte. Etwas utopisch anmutend werden hier langfristig tatsächlich die Null-Grenzwerte angestrebt, bzw. das, was natürlichen Ursprungs ohnehin vorhanden ist – nicht mehr. Allerdings ist es in unserer Gesellschaft eigentlich nicht mehr möglich, frei von irgendwelchen schädlichen Einflüssen zu leben.  Deswegen sollten sich Grenzwerte, wenn sie denn schon sein müssen,  an der Lebenszeit des schwächsten Mitglied der Gesellschaft, einem Ungeborenen, orientieren.

Ein Grenzwert müsste  der wissenschaftlich erwiesene Wert einer Dosis sein, der einem Embroy in keinster Weise schadet und der das Wechselspiel vielfältiger Umwelteinflüsse berücksichtigt.

Der  “Nicht-Verlust” von Lebenszeit sollte einen Grenzwert definieren. Ein gewisses Maß an schädigenden Einflüssen kann der Körper ja durchaus tolerieren – die Embryonenforschung zeigt ja, wie hoch die Dosis bestimmter Stoffe und Strahungen sein darf, bis der Embryo schaden nimmt. Schwierig wird der zweite Teil, das Wechselspiel der Umwelteinflüsse. Denn leider ist es ja so, dass wir nicht nur, z.B. von Mobilfunkstrahlung bestrahlt werden – ob wir nun wollen oder nicht – sondern wir werden zusätzlich bombardiert mit Industrie- und Verkehrsabgase, Schadstoffe von Baustoffen, krankmachenden Mikroorganismen, Zusatzstoffen und Bioziden in der Nahrung. Wir essen Nahrung die keine mehr ist, in unseren Kellern lauert Radon, im Kinderzimmer regieren die Weichmacher und auf dem Spielplatz knallt die krebserregenden Strahlung der Sonne hernieder, denn das Ozonloch gibt es immer noch – ebenfalls vom Menschen hausgemacht. Und dann kommt noch der gesellschaftliche Stress obendrauf. Wie viel verträgt also so ein kleiner Embryo an Schadstoffen und Strahung,  der noch nichts weiß vom Schulstress, Existenzängsten und Jobmobbing?

Grenzewerte orientieren sich am Lebenszeitverlust eines 30-Jährigen

Man könnte die ganze Grenzwert-Diskussion noch weiter treiben: Warum wird eigentlich so viel um das Anheben des Rentenalters diskutiert? Wegen der Grenzwerte? Mitunter auch. Diese  müssten angepasst werden, weil die älteren Generationen auf Belastungen schneller mit Lebenszeitverlust reagieren. Statistisch wird die Spanne an wirtschaftlich relevanter Lebenszeit mit erweitertem Rentenalter zwar gestreckt, aber plötzlich zählt nicht mehr der für die Grenzwerte herangezogene, gemittelte 30-jährige Mann, sondern ein 35-Jähriger. Und der reagiert schon wieder anders auf Belastungen, da er in diesem Alter, biologisch betratet, schon abbaut.

Denke Sie des nächste Mal an diesen “wirtschaftlich vertretbaren Verlust Ihrer Lebenszeit”, wenn z.B. der SARs-Wert für den Mobilfunk wieder angehoben wird. Wirtschaftlich betrachtet sind wir “human resources”, “human capital” oder, weil es irgendwie nach mehr klingt,  “Manpower” – geboren um in einer Leistungsgesellschaft etwas zu leisten. Sind wir nicht mehr produktiv oder “wirtschaftlich vertretbar”, werden wir ersetzt.

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Stress mit E-Mails und Spam

Wie viele E-Mails haben Sie heute geschreiben? 5? 10? 20?  Wie viele E-Mails haben Sie heute erhalten? 10? 25? 50? Wie viele E-Mails davon haben Sie nur überflogen oder sogar gleich gelöscht? Und wie viele E-Mails waren wirklich wichtig? Ein paar Gedankenanstöße zu einem Thema, das auf den ersten Blick wenig mit Baubiologie zu tun hat. Doch gesund Wohnen, Leben und Arbeiten kann man nur, wenn man einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen und sein gesamtes Umfeld wirft. Krank machen nicht nur Schadstoffe, Strahlung und Schimmelpilze, krankmachend und umweltschädigend können auch  E-Mails sein.

E-Mails sind wahre Zeiträuber

2013 wurden über 182 Milliarden E-Mails verschickt. Statistisch hätten Sie 70%  (http://www.eleven.de/eleven-security-reports-reader/items/eleven-internet-threats-trend-report-3-quartal-2013.html) davon ungelesen löschen können: Spam, Pishing, Malware. Wieviel Zeit hätten Sie wohl für Familie oder Beruf gehabt, wenn Sie sich nicht mit diesem Müll belastet hätten? Nehme Sie einmal einen Tag lang eine Stopuhr und stoppen Sie die Zeit, die Sie für Ihre E-Mails aufwenden. Keine Stress! Bleiben Sie in dem Tempo, in dem Sie sich immer um Ihre E-Mails (im Büro, am Smarphone, Tablet und zu Hause)  kümmern. Nur 30% dieser Zeit verbringen Sie mit den “Kern der wichtigen E-Mails”. Und ob dieser Kern wirklich wichtig ist, ist dann noch einmal eine andere Frage. Dazu gleich mehr. 70% sind also Müll. Was bedeutet das?
Statistik: Prognose zur Anzahl der täglich versendeten E-Mails weltweit von 2013 bis 2017 (in Milliarden) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Der Umweltaspekt der Spam-Mails

Bereits 2010 hatte McAfee eine Studie herausgebracht zur CO2-Bilanz von Spam-Mails. Damals wurde errechnet, dass 33 Milliarden Kilowattstunden verschleudert werden für das Sammeln der Adressen, das Erstellen und Verschicken von Spam-Mails, das Aussortieren, Filtern und Löschen derselben – mal ganz zu schweigen vom Energieverbrauch der verursacht wurde, wenn man sich infolge dessen auch noch einen Virus auf den Rechner gezogen hat. 33 Milliarden! Vergleich gefällig? 28 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugten 2012 alle Photovoltaikanlagen auf deutschen Dächern. Damit deckte der deutsche Photovoltaikstrom im PV-Rekordjahr 2012 noch nicht mal die Energie, die Spam-Mails im Jahr 2010 verbrauchten. Ja, dieses Studie ist schon älter, aber deswegen werden die Spams nicht weniger umweltschädigend, da das Aufkommen von Spam-, Pishing- und Malware-Mails in den letzten 3 Jahren weiter angestiegen ist.

Der wirtschaftliche Aspekt der “Kern-E-Mails”

Und nun schauen wir auf die verbleibende 30% der E-Mails, die keine Spams, Pishings oder andere zu löschende Mails sind. Wie viel Zeit verbringen Sie mit dem Sortieren von E-Mails von Kollegen, dem Überfliegen von Infos, Newslettern, Rundschreiben, die Ihnen zugeschickt werden, damit Sie “auf dem Laufenden” bleiben. Wie viel von dem, was Sie überfliegen, wissen Sie 3 Stunden später noch? Mit der Schwemme an unnötigen E-Mail steigt auch die benötigte Arbeitszeit, um die Infos zu lesen und zu filtern und  zu antworten. Wie viele wirklich relevante E-Mails von Arbeitskollegen, Freunden oder Geschäftspartnern erhalten Sie? Sie viel Zeit benötigen Sie, um eine “Na, was hast am Wochenende gemacht?”-E-Mail schriftlich zu beantworten oder einen Arbeitsvorgang der Ihnen in Kopie “zur Kenntnisnahme” geschickt wird, durchzulesen und gegebenenfalls abzuspeichert oder gar auszudrucken und abzuheften? Vieles, was früher am Telefon klar und schnell kommuniziert wurde, wird heute schriftlich fixiert, unnötig in die Länge gezogen und schlecht kommuniziert.
Wussten Sie dass man mit E-Mails prima Verantwortlichkeiten weiterschieben kann, bzw. es im E-Mail-Verkehr deutlich länger dauert, bis ein Mitarbeiter die  Verantwortung für einen Vorgang übernimmt? Solche “Ping-Pong-E-Mails” bringen ganze Arbeitsprozess ins Stocken. Wenn Sie möchten, dass Ihr Unternehmen leistungsfähig bleibt, bringen Sie die Leute lieber an einen Tisch und lassen Sie sie 5 Minuten miteinander reden – oder telefonieren. Das ist effektiver als 2 Tage lang E-Mails hin und her zu schieben. Glauben Sie das nicht, drucken Sie sich den nächsten E-Mail-Abtausch oder eine x-fach “zur Kenntnisnahme” weitergeleitete E-Mail einmal aus, und markieren Sie alle wirklich wichtigen Stellen mit einem Texmarker. Sie werden erstaut sein, wie viel Papier zwischen den eigentlichen Infos liegt (das ist dann auch wieder ein Umweltaspekt).
Auf den wirtschaftlichen Schaden, den verschickte Malware und Spams mit Viren oder Pishing-Mails verursachen,will ich an dieser Stelle nicht eingehen, da dies Faktoren sind, die jedem sofort einleuchten, der einmal einen Arbeitsausfall wegen eines Computer-Virus hatte oder dem relevante Daten geklaut wurden.

Der psychologische Aspekt der E-Mail-Flut

Spam-Mails und überflüssiger E-Mail-Verkehr verursachen Stress und Angst. Man kann schon fast von “E-Mail-Mobbing” sprechen. So schickt so manch gewiefter Arbeitskollege noch spät am Abend eine  E-Mail ab, um mit einer Uhrzeit von 0:31 Uhr besonders “fleißig” zu erscheinen. Der Kollege oder Chef denkt: “Meine Güte, der ist dann noch wach?” Auch das verursacht subtil Stress bei den Kollegen, die am liebsten mit Feierabend auch die Arbeit einfach hinter sich lassen wollen. Stellen Sie sich vor, das macht nicht nur einer, sondern das Beispiel macht Schule und plötzlich sind Sie der Einzige, der des Nachts keine E-Mails verschickt….BMW und VW haben darauf bereits reagiert und stellen die  E-Mail-Server abends ab und morgens wieder an. Nur gesunde Mitarbeiter sind leistungsfähig, und um gesund zu bleiben, muss man wortwörtlich “abschalten”.
Doch die Spam-Mails kratzen auch an anderer Stelle an subtilen Ängsten: Das eine ist die Angst, sich mit einen unbedachten Klick einen Virus einzufangen (bei der Arbeit besonders ärgerlich) oder versehentlich eine Sex- oder Viagra-Seite anzuklicken, während im Büro der Chef oder – genau so schlimm – zu Hause Kinder nebenan stehen. Aber auch wenn keiner über die Schulter schaut, verursachen E-Mails mit dem Titel “gerichtliche Vorladung”, “letzte Mahnung” oder “Inkasso” doch immer erst mal ein ungutes Gefühl. Spam hin oder eher: Das ärgerliches Stirnrunzeln über diesem Datenmüll hätte schlicht nicht sein müssen und das Löschen kostet wieder unnötig Zeit und belastet die Umwelt.

Einige Anregungen für eine bessere, weniger E-Mail lastige Kommunikation

  • Geifen Sie öfters mal zum Telefon, statt zur Tastatur.
  • Überlegen Sie beim Schreiben von E-Mails, ob diese E-Mail nun wirklich nötig ist oder ob Sie wirklich alles wichtig enthält. Stellen Sie sich vor Sie schreiben einen “altmodischen” Brief, der früher eine Woche gebraucht hat, bis er den Empfänger erreicht hat. So komprimiert und inhaltsschwanger sollte auch Ihre E-Mail sein.
  • Nutzen Sie Ihren Spamfilter und schauen Sie nicht in den Spam-Ordner, sondern löschen Sie den Inhalt komplett und ungelesen.
  • Haben Sie Infos betreffend Mut zur Lücke und behalten Sie den Blick fürs Wesentliche.
  • Geht ein Anruf nicht doch schneller?
  • Wie wäre es mit einem Besuch statt einer E-Mail?
  • Haben Sie keine Scheu davor, Ihren Kollegen höflich mitzuteilen, dass Sie ein nettes, persönliches Gespräch dem Getippe vorziehen.
  • Vereinbaren Sie E-Mail-freie Zeiten.
  • Achten Sie auf genug Erholungsphasen. Heute ist es ein Luxus NICHT erreichbar zu sein.

Lieber strahlungsarme Telefone statt nichtssagende E-Mails

Baubiologisch empfehlenswert sind schnurgebundene Piezo-Telefone, die nicht nur strahlungsarm in Hinblick auf DECT ist, sondern auch die Magnetfelder im Hörer reduzieren, den man sich mitunter über Stunden direkt an den Kopf hält.  Einige Baubiologen basteln derzeit an Piezo-Headsets, so dass auch Freunde des freihändigen Telefonierens demnächst ihren Körper nicht weiter belasten müssen. Gerne frage ich für Sie bei meinen Kollegen nach dem neusten Stand der Entwicklung nach, wenn Sie an so einem Headset Interesse haben.

Ich freue mich über Ihre Beitrag in meinem Blog und Ihre Ideen, wie Sie mit der heutigen E-Mail-Flut umgehen.

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Schlafstörungen durch Strahlung

Baubiologen werden häufig gerufen, wenn Schlafstörungen Ursachen haben, die medizinisch und psychologisch nicht zu erklären sind. “Ich habe Schlafstöungen. Liegt das an meiner Wohnung? Was jetzt?”.  Detektivarbeit ist nun von Nöten, denn das häusliche Umfeld auf Störfaktoren zu untersuchen kostet Zeit, Geld und oft genug ein großes Maß an Spürsinn von Bewohnern und Baubiologen. Im wahrsten Sinn des Wortes “abstellen” lassen sich Störfelder manchmal jedoch ganz einfach.

Das Schlafzimmer ist das Zentrum der Erholung

Steht ein Bett unter Spannung, sind Schlafstörungen nicht selten. Morgens erwacht der Schläfer verschlafen und gerädert.

Steht ein Bett unter Spannung, sind Schlafstörungen nicht selten. Morgens erwacht der Schläfer verschlafen und gerädert.

Schlafstörungen können viele Ursachen haben: Streß im Beruf, Stress in der Familie, zu üppiges Abendessen, psychische Probleme, (neurologische) Krankheiten. Manchmal jedoch scheinen alle möglichen Ursachen für Schlafstörungen ausgeschlossen zu sein und dennoch liegt man im Bett und bekommt kein Auge zu, wälzt sich die ganze Nacht herum und wacht morgens wie gerädert auf. Von nächtlicher Erholung keine Spur. Dabei sollte genau dieser Schlaf doch für neue Energie sorgen.

Durchschnittlich verbringt der Mensch 8 Stunden in seinem Schlafzimmer – schlafend. Hier erholt sich der Körper von den Strapazen des Tages, regeneriert und repariert sich, natürlich nur, wenn das Umfeld stimmt. Wohnstress kann diese Ruhepase empfindlich stören. Wenn Schlafstörungen Ursachen aus dem Bereich  Schadstoffe, Strahlungen und sogar Schimmelpilze haben, die den Körper auch im Schlaf nötigen, Energie aufzubringen, um den schädlichen Wirkungen entgegen zu steuern, dann ist es vorbei mit der Erholung. Schlafen wird im wahrsten Sinn es Wortes zum Kraftakt.

Schlafstörungen, was tun?

Natürlich kann ich Ihnen nun raten: “Suchen Sie einen Baubiologen und lassen Sie Ihr Schlafzimmer untersuchen.” Aber bevor Sie viel Geld für Messungen ausgeben, können Sie einmal selbst Detektiv spielen und folgendes versuchen:

  1. Sie haben einen Radiowecker oder elektrische Geräte oder stromführendes Kabel wie eine Leselampe in kopfnähe? Weg damit. Verbannen Sie solche Strahlungsquellen aus einem mindestens 2 Meter großen Umkreis vom Bett.  Beobachten Sie, ob Sie die nächsten 2 Wochen besser schlafen. Wenn nicht, gehen weiter zu Punkt 2.
  2. Stellen Sie die nächsten 2 Wochen vor dem Schlafengehen den Strom im Schlafzimmer und den angrenzenden Zimmern am Sicherungskasten  ab.  Wecken lassen können Sie sich mit einem schöne altmodischen mechanischen oder batteriebetriebenen Wecker am Fußende.
    Mit der Sicherung schalten Sie die elektrischen Felder der Hausinstallation in Ihren Schlafbereich aus. Manchmal reicht das schon. Schlafen Sie die nächsten 2 Wochen besser, sollten Sie sich einen Netzfreischalter, auch Netzabkoppler genannt, von einem Elektriker einbauen lassen.
    In manchen Fällen änders sich an der Feldsituation im Schlafzimmer mit einem Netzabkoppler oder einer Aus-Schaltung am Sicherungskasten nichts, oder es verschlimmert sich sogar. Der Grund sind elktrischen Felder vom Nachbarn oder von Nachbarräumen, die nun ungestört in Ihr Schlafzimmer eindringen können. Eine solche Situation kann eine baubiologischer Messtechniker vor Ort mit einigen Messungen erfassen. Ein Versuch, mal 2 Wochen mit ausgeschalteten Stromleitungen zu schlafen, ist es aber allemal wert und vor allem kostet es nichts.
  3. Manchmal sind andere Störquellen schuld an ruhelosen Stunden: eine am Haus angebrachte elektrische Werbetafel, Bahnstrom, Vibrationen von Industrieanlagen in der Nachbarschaft, geologische Störzonen und und und. Versuchen Sie eine zeitlang einmal in einem anderen Zimmer zu schlafen oder Ihr Bett an eine andere Stelle zu schieben – mit und ohne Ausschalten am Sicherungskasten.
  4. Hilfe alles nichts, empfehle ich Sie gerne einem baubiologischen Messtechniker in Ihrer Nähe weiter.
  5. Ob es am häuslichen Umfeld liegt? Erinnern Sie sich an Ihren letzen Urlaub: Schlafen Sie im Urlaub besser? Was war da anders (außer mehrBewegung, bessere Luft, anderes Klima)? Schlafen Sie auch im Urlaub schlecht, ist dass immer ein Hinweis, dass Ihre Schlafstörungen eher eine psychologische oder medizinische, weniger eine baubiologische Ursache haben.

Dauerstrahlung ist Stress an den sich der Körper begenzt anpasst

Übringens: Oft es es so, dass in einem baubiologisch sanierten Umfeld erst einmal 2-3 schlaflose Nächte bevorstehen. Der Körper muss erst mal einen Gang runterrschalten und vom Dauerstress auf “jetzt ist endlich Ruhe” umpolen. Dieser “Stressentzug” dauert ein paar Tage. Danach kann es Ihnen passieren wie mir, wenn ich feldfrei schlafe: Sie kommen plötzlich mit 4 Stunden Schlaf aus und erwachen total erholt und quietschfidel.

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Hausmittel zum Putzen – Teil 1: Soda

Soda ist eine wahre Wunderwaffe im Haushalt. Als Salz der Kohlensäure löst es sich im Wasser zu einer stark aklalischen Lösung auf. Schimmelpilze mögen das gar nicht, deswegen ist Soda eines der besten Mittel zur Reinigung nach einer Schimmelpilzsanierung und viel besser geeignet als Essigessenz. Auch deswegen wurde Soda schon bei den alten Ägyptern zum Mumifizieren ihrer Pharaonen eingesetzt. Heute gehört E500, die Lebensmittelzulassungsnummer von Soda, zu einem der am häufig verwendetsten chemischen Verbindungen und ist sogar für Bio-Produkte zugelassen.

Eines der ältesten  Haushaltsmittel: Soda

Nach einer Schimmelsanierung lässt sich mit einer Soda-Lösung prima die Wohung reinigen – allergikerfreundlich, schimmelfeindlich,  frei von industriellen Zusätzen, Konservierungstoffen und den Frische vorgaukelnden Duftstoffen. Soda ist chemisch ausgedrückt Natriumcarbonat und auch als Waschsoda bekannt. Es ist nicht zu verwechseln mit Natriumhydrogencarbonat, das man auch unter den allgemeingängigen Namen Natron kennt. Auch mit Natron gibt es viele Anwendungsmöglichkeiten, doch dazu ein andern mal.

Nachfolgend einige baubiologische Rezepte mit Soda zum Nachmachen.

Extra feines Scheuerpulver

50g fein gemahlenen Seifenflocken
150g Schlämmkreide
80g Soda
bei Bedarf 5 Tropfen Zitronenöl

Seife mit Kreide und Soda mischen, das Öl zugeben, in ein Schraubglas geben und nochmal gut mischen. Fertig. Das Scheuerpulver hält sich ca 8 Monate.
Gibt man so viel Wasser hinzu, bis  die Masse flüssig ist, hat man ein gutes Putzmittel für Türen, Fliesen und Fußböden. Hier empfehlt es sich aber feucht nachzuwischen.

Universelle Schmierseife

500g Kernseife
250 g Soda
3  3/4 l Wasser

Seife im Wasser lösen und mit Soda so lange kochen bis die Schmierseife die gewünschte Konsistenz hat. Ein Universalreinigungsmittel.

Gardinenreiniger

10 l Wasser
500 g Soda

Soda im Wasser lösen und Gardinen darin möglichst mehrerer Stunden einweichen. Klar ausspühlen. Gleiches Einweichmittel eignet sich zum Bleichen von Leinen, nur dass siese Prozedur bei schwacher Hitze über mehrere Stunde nauf dem Herd erfolgt.

Baubiologischer Backofenreiniger

1 EL Bienenwachs
2 EL Salz
Wasser
Bleichsoda

Wachs und Salz mischen und damit den Ofen abreiben. Haben sich die Verschmutzungen gelöst das Soda in warmes Wasser geben und den Backofen damit gut auswaschen.

Soda-Silber-Sauber

1l Wasser4 TL Salz
4 TL Soda

Salz und Soda in Wasser auflösen und das Silber für 10 min darin baden. Anschließens abspühlen und nachpolieren.

 

Weitere Kniffe mit Soda:

  • Soda-Wasser eignet sich prima, um den Kühlschrank damit regelmäßig auswischen.
  • Verstopfte Abflussrohre lassen sich mit 2 EL Soda befreien. Einfach heißes Wasser drauf gießen und einwirken lassen. Für die regelmäßige Pflege empfiehlt es sich 3 El Soda in einen Eimer mit 2 liter Wasser anzurühren und das Soda-Wasser einmal im Monat in alle Abgüsse zu gießen.
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Alternative Schimmelsanierung mit Ozon, Fruchtsäuren und effektiven Mikroorganismen

Ozonverneblung, fruchtsäurehaltige Produkte, effektive Mikroorganismen (EM) – neben chlorhaltigen Produkten, Alkohol und Wasserstoffperoxid bieten einige Schimmelpilzsanierer alternative Produkte bei der Bekämpfung von Schimmelpilzen an. Was gibt es hierbei zu beachten?

Schimmel lässt sich mit vielen Substanzen entfernen

Zuerst die gute Nachricht: Ozon, Fruchtsäuren und sogar die effektiven Mikroorganismen töten Schimmelpilze ab. Dennoch haben diese Produkte, so wie Wasserstoffperoxid und Alkohol auch, ihre “Tücken”. Damit Sie selbst entscheiden können, zu welchen Mittel Sie bei einer Entfernung in Eigenregie greifen, hier die Vor- und Nachteile.

Eines vorne weg: Mit dem Abtöten der Schimmelpilze ist die Sanierung nicht beendet! Eine erfolgreiche Sanierung ist erst dann abgeschlossen, wenn die ganzen “Schimmelpilzleichen” und abgetöteten Sporen auch entfernt wurden. Die Oberflächenproteine der Schimmelpilze wirken sich auch in abgestorbenen Zustand noch auf die Gesundheit aus. Sie können sich das wie mit der Oberfläche eines Fußballs vorstellt. Ob der Fußball noch spielbar ist oder kaputt, ist egal, die ledrig strukturierte Oberfläche besitzt er nach wie vor und wenn Sie allergisch auf Leder reagieren, erkennt Ihr Immunsystem nur: “Da ist Leder.” Ähnlich verhält es sich mit Schimmelpilzen. Deshalb ist eine Feinreinigung nach einer Sanierung unabdingbar.

Ein allgemeiner Hinweis: Es sollte so selten wie möglich mit Sprühflaschen gearbeitet werden. Schimmelpilzesporen fliegen beim geringsten Druckunterscheid davon. Eine Pumpsprühflasche “scheucht” die Sporen regelrecht auf. Nutzen Sie lieber einen Pinsel zum Auftragen, wenn der Befallsort gut zugänglich ist.

Ozonverneblung

Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem die Wohnung oder auch der befallene Raum komplett abgeriegelt wird. Alle lebende Organismen – Pflanzen, Haustiere, Mensch – müssen den Raum verlassen. Anschließend wird dort ein Gerät aufgestellt, das den Raum mehrerer Stunden mit Ozon begast. Der hochreaktive Sauerstoff interagiert mit den Schimmelpilzen und zerstört diese. Dann wird ein Unterdruck an den Arbeitsbereich angelegt und das Ozon abgesaugt. Wenige Stunden später ist der Raum wieder begehbar.
Die Vorteile der Ozonverneblung:
-Sie kommt auch in unzugängliche Bereiche wie Rohrdurchbrüche, schlecht zugängliche Schächte usw.
-Sie tötet gleichzeitig Keime und Sporen in der Raumluft ab und beseitigt auch den unangenehmen Gerüche.
-Sie eigenet sich z.B. in Bücherarchiven und an Orten, wo es kaum möglich ist, sämtliche Oberflächen zu erfassen.
Die Nachteile der Ozonverneblung:
-Sie beseitig die Schimmelpilze nur oberflächlich, da man das Mauerwerk nicht mit Ozon “tränken” kann.
-Die Methode ist kosteninstensiv, da nur wenige Firmen Ozonverneblungn anbieten.
-Fragen Sie unbedingt bei der ausführenden Firma nach einer Feinreinigung! Leider sehen viele Firmen ihre Arbeit mit dem Abbau der Ozonnebelmaschine als abgeschlossen an.

Fruchtsäurevereblung

Diese funktioniert analog zur Ozonverneblung. Die ausführenden Firmen und Hersteller des Produkts geben außerdem an, dass Menschen, Tier und Pfanzen bei der Verneblung oder Besprühung mit Fruchtsäurederivaten den entsprechenden Raum nicht verlassen müssen. Ich würde es be einer großflächigen Verneblung dennoch tun, denn die meisten Fruchtsäureprodukte zur Schimmelpilzbekämpfung enthalten auch Wasserstoffperoxid. Weder Fruchsäuren noch Peroxid sollte man einatmen. Meist haben Mitarbeiter eine Schutzausrüstung an und einen Sprütank auf dem Rücken und nebeln mit einer entsprechenden Düse die Befallsstelle ein. Manche Firmen bieten auch hier eine komplette Verneblung ganzer Räume an, um Sporen in der Raumluft abzutöten. Nach einer Einwirkzeit von mehreren Minuten bis Stunden sind die Pilze und Sporen vernichtet – aber eben nicht enfernt.

Für den Hausgebrauch bietet z.B. die Firma Jati Sprühflaschen mit Fruchtsäure an. Auch hier würde ich den Sprühkopf abschreiben und die Lösung mit einem Pinsel auftragen.
Die Vorteile:
-Sie kommt auch in unzugängliche Bereiche wie Rohrdurchbrüche, schlecht zugängliche Schächte, Dachstühle usw.
-Sie tötet gleichzeitig Keime und Sporen in der Raumluft ab und beseitigt auch den unangenehmen Modergeruch.
-Sie ist im Vergleich zum Ozon wahrscheinlich die “sanftere Methode”.
-Fruchtsäureprodukte lassen sich anwenden wie Alkohol und lassen sich auch gut mit einem Pinsel direkt aud den Ort des Befalls auftragen.
-Fruchtsäuren stellen eine Alternative da, wenn Bewohner gesundheitlich auf Alkoholdämpfe reagieren (Alkoholiker, Schwangere, Kleinkinder, u.a.) und ein empfindlicher Untergrund eine Behandlung mit konzentriertem Wasserstoffperoxid nicht zulässt.

Die Nachteile:
-Fruchtsäuren sind sauer und Schimmelpilze wachsen lieber auf saurem, statt auf alkalischem Untergrund. Wie es sich mit einer Neubesiedlung auf so behandelten Untergründen verhält, ist bislang nicht ausreichend untersucht.
-Analog zum Ozon sehen auch hier die ausfürenden Firmen ihre Aufgabe oftmals mit der Verneblung als abgeschlossen an. Plakativ ausgedrückt: Die Schimmelpilzleichen liegen dementsprechend noch überall herum.
-Auch hier stellt sich die Frage, wie tief bei einer Verneblung der Wirkstoff in den Untergrund einzieht.

Effektive Mikroorganismen

Sie sind so ein wenig die Wunderwaffe mancher Baubiologen: Die Mischung von anaeroben Mikroorganismen die von Teruo Higa, einem japanischen Professor, in der Bokashi, der “Abfallflüssigkeit” mancher Biotonnen gefunden und erforscht wurde. Diese EMs sind in den Biotonnen tatsächlich dafür zuständig, dass unerwünschtes Schimmelpilzwachstum unterdrückt wird. Deshalb lag der Gedanke nahe diese Mikroorganismen zur Bekämpfung von Schimmelpilzen einzusetzten. Biologisch ist das Prinzip der Besiedlung mit einer Art zur Unterdrückung einer anderen Art schon lange bekannt. Allerdings ist bei den EMs die Studienphase noch lange nicht abgeschlossen. Gesicherte Erkenntnisse zur Dosis und Wirksamkeit liegen noch nicht in jedem Bereich vor. Daher kann ich zur Zeit keine Empfehlung für die Schimmelpilzbekämpfung an Wänden mittels EMs geben. Sicher ist dies jedoch ein interessanter Ansatz und für Experimentierfreudige allemal einen Versuch wert – jedoch bitte nicht im Schlafzimmer oder anderen Wohnräumen! Hier sollten Pilze so schnell wie möglich Ihrer Gesundheit zuliebe beseitigt werden. Wer jedoch einen zum Wohnraum hin abgeschlossenen Keller hat, in dem es schimmelt, der kann sich hier ein wenig mit der Wirksamkeit der EMs befassen. Für Rückmeldungen bin ich Ihnen sehr dankbar.

Sie haben Fragen oder sind sich unsicher bei der Schimmelsanierung? Rufen Sie mich an, ich helfe Ihnen gern: 06203/955780.

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